Lesermeinung zur Studie zur Elektromobilität des ÖAMTC

Lesermeinung - Studie des ÖAMTC, ÖVK und der TU-Wien wirft ein schiefes Licht auf sich selbst, anstatt das Thema ehrlich zu beleuchten.

In der letzte Ausgabe (09/2012) des "auto touring", Clubzeitung des ÖAMTC findet sich auf Seite 30+31 der Artikel "Spannungsabfall". In diesem Artikel möchte der ÖAMTC vorurteilsfrei seine Mitglieder und Leser über Elektromobililtät informieren. Basis für diesen Artikel ist eine Studie zu batterieelektrischen Fahrzeugen, erstellt von ÖVK, ÖAMTC und TU-Wien.
Bereits bei der Publikation der Studie habe ich eine Lesermeinung abgegeben, die im wesentlichen ignoriert wurde. Zugegeben war meine erste Reaktion noch emotional belastet, was ich in einer ausführlicheren Lesermeinung weitestgehend versucht habe zu vermeiden.

Da der ÖAMTC weitere Artikel auf Basis dieser Studie veröffentlicht, sehe ich mich veranlasst, das Bild ein wenig zurecht zu rücken. Daher nachfolgend meine Lesermeinung zum Artikel und im Download die bisher unbeantwortete Lesermeinung zur Studie.

Artikel "auto touring", Ausgabe 09/2012

Aus Sonstiges

Aus Sonstiges

Meine Lesermeinung zum Artikel (dem ÖAMTC übermittel):

Lieber ÖAMTC,
meine umfassende und ausführliche Lesermeinung zur Veröffentlichung der diesem Artikel im „auto touring“, Ausgabe 09/2012, zugrundeliegenden Studie wurde bisher erfolgreich ignoriert und habe ich daher nochmals angefügt. 

Aufgabe des ÖAMTC als Verein (Auszug aus dem Impressum der ÖAMTC-Homepage):
„...die Förderung der Mobilität unter besonderer Bedachtnahme auf soziale Verträglichkeit, Schonung der Ressourcen, Ausgleich von gegensätzlichen Interessen zwischen individueller Mobilität und Umweltschutz, wechselseitige Hilfe und Unterstützung der Verkehrsteilnehmer;...“

Die auffälligsten Punkte aus dem Artikel „Spannungsabfall“ möchte ich nochmal hervorheben. 

Punkt 1 – farbliche Gestaltung im Bild. Was will der ÖAMTC mit der roten Schriftfarbe dem Leser suggerieren? Elektro böse, VW Polo gut? Was kostete VW diese manipulierende Werbeaktion? So werden die Verbraucher von der Werbebranche permanent manipuliert – ein probates Mittel für einen Mobilitätsverein gem. o.a. Geschäftsvorgabe? 

Punkt 2 – schön wie wiederum nur der Gestehungsprozeß des Stroms für Elektroautos in die Energiebilanz einbezogen wird, jener des Prozesses für z.B. die Dieselherstellung vom Bohrloch weg, etc. wird wieder unter den Teppich gekehrt. Nur der Weg von der österreichischen Staatsgrenze bis zur Zapfsäule ist offenbar berücksichtigt. 

Punkt 3 – die Testfahrer sind tatsächlich mit 4,78 Euro elektrisch gefahren? Wahnsinn! Bitte neue Testfahrer suchen, denn wer elektrisch mit über 230 Wh am Kilometer fährt sollte ab sofort als potentieller Umweltsünder lieber zu Fuß gehen. Auf der anderen Seite haben es die Testfahrer geschafft mit 6,22 Euro mit Diesel zu fahren – toll! Bei einem aktuellen Dieselpreis von knapp 1,45 pro Liter sind die Kollegen tatsächlich mit 4,3 Litern unterwegs gewesen. Wie in der Studie wird hier Elektro vermeintlich schlechter und der Diesel geschönt dargestellt. Ich fahre seit Jahren soweit als möglich verbrauchsoptimiert und schaffe elektrisch unter 15 kWh und davor mit dem Diesel knapp über 5 Liter auf 100 km, ohne dabei beim Fahrkomfort oder Geschwindigkeit einzubüssen.

Punkt 4 – ob elektrische Kilometer schlecht für die Finanzministerin sind, ist wohl unser unwichtigstes Problem. Im Gegenteil, NOVA- und KFZ-Steuerbefreiung zeigen, dass der Finanz die Steuerpflichtigen am Herzen liegen. Denn bei Bürgern, die sich individuelle Mobilität nicht mehr leisten können oder durch Abgase und Lärm erkranken oder versterben gibt es keine Steuern mehr zu holen. Übrigens auch keine Mitgliedsbeiträge für Mobilitätsvereine. 

Wo bleibt die Unabhängigkeit und Objektivität des ÖAMTC? Die Aussagen eines Motorenpapstes mit über 60 Jahren Erfahrung in der Verbrennung eines wertvollen Rohstoffes hätte ich nicht anders erwartet. In eine Bewertung zur Elektromobilität haben diese aber keine objektive Relevanz. Da gibt es im Bereich Elektromobilität hochkompetente Interviewpartner diverser Universitäten und Forschungseinrichtungen, die geeignet dafür sind.

Das Buch von Dietrich Naunin (eine Quelle in der Studie) liest sich in der 4. Auflage aus dem Jahr 2007 ganz gut. Leider sind darin die rasanten Entwicklungen und Neuerungen der letzten 5 Jahre nicht enthalten – was bedeutet das für die Aussagekraft der Studie im logischen Schluß? 

Ansonsten verweise ich nur auf meine umfassende Lesermeinung im Anhang und hoffe immer noch darauf,dass der ÖAMTC sich auf seine Geschäftsvorgaben (s.o.) und sich seiner Mitglieder = Autofahrer = Menschen besinnt, nicht den studienfinanzierenden Öl- und Autokonzernen (siehe Vorstand des ÖVK als Studienfinanzierer) zuarbeitet.
Denn diese sind nicht unsere Zukunft und somit auch nicht jene des ÖAMTC.

Zur Vervollständigung hier zum downloaden mein etwas ausführlicherer Leserbrief im PDF-Format.

Am besten macht sich jeder selbst ein Bild. Die letzte Seite der Studie bitte genau lesen.

Link zur Studie: http://www.övk.at/aktuelles/2012/Batterieelektrische_Fahrzeuge_in_der_Praxis.pdf

Sollte der Link nicht mehr funktionieren, bitte Info an mich. Ich habe das pdf-Dokument heruntergeladen und gespeichert.

Die Studie wurde schon mehrfach kritisiert und dennoch wird sie weiterhin verwendet um negative Stimmung zu machen - es geht um unsere Zukunft als Menschen, um die Zukunft nachfolgender Generationen. Das sollte uns endlich bewußt werden.

http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1071644

http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1071641

http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1071607

Ich halte ausdrücklich fest, dass es sich hier um meine persönliche Meinung handelt und ich hier keine Informationen zurückgehalten habe - es soll jedem die Möglichkeit gegeben werden sich selbst ein Bild zu machen.
Vielleicht findet die eine oder andere Meinung von Euch den Weg zum ÖAMTC - wie auch immer diese ausfällt.

Be electrified !