Studie zur Elektromobilität Öko.de

Studie von Öko-Institut e.V. zur Elektromobilität und Ihre Auswirkung auf Energiebedarf und die Stromnetze zeichnet bei näherer Betrachtung ein durchaus positives Bild, obwohl nur ein Teilaspekt beleuchtet wird.

Das Problem in dieser Sache ist meines Erachtens die Einseitigkeit in der Betrachtungsweise des Themas. Natürlich ist das Optimum E-Mobilität hauptsächlich (besser ausschließlich) mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Erfolgt das nicht, dann verschiebt sich EIN TEIL des CO2-Ausstosses zu den konventionellen Kraftwerken - klar - und ohne es jetzt nachrechnen zu wollen, nehme ich die angeführten 700 – 900 g/kWh zur Kenntnis. Mit einer kWh kommt man im elektrischen Betrieb

 rund 5,8 km weit – das sind somit im Schnitt 138 g/km für ein Elektroauto inkl. des CO2-Ausstosses im Worst-Case durch das konventionelle Kraftwerk.

Weder in dieser noch in einer anderen mir bekannten Studie geht hervor was eigentlich die Energiebereitstellung für ein konventionelles Fahrzeug an CO2 verursacht? Zuerst bohren wir Löcher in den Boden (mit oder ohne Meerwasser darüber), dann transportieren wir das schwarze Zeug über tausende Kilometer entweder per konventionell betriebenen Transportern (Schiff, LKW) oder per ewig undichten, tausende kilometerlange Stahlrohre (die auch hergestellt werden müssen) zu Raffinerien, die wiederum in hoch energieaufwändigen Verfahren das herausfiltern was in den Tank darf. Das transportieren wir wiederum über viele Kilometer zu den Tankstellen – natürlich hauptsächlich per konventionell betriebenen LKWs. Wofür? Für einen Diesel/Benziner der im Schnitt einen Verbrauch von knapp 140 g/km hat, oder ein Hybrid mit von mir aus knapp 100 g/km? Ob sich hier die geringfügige Einsparung durch die Zusatzkosten einer größeren Batterie und Zusatztechnik rechnet? Ach um o.a. Rechenbeispiel zu vervollständigen – ein Liter Benzin/Diesel hat ca. 9 kWh Energiegehalt, d.h. pro kWh sind das 0,11 Liter – versuch mal damit 5,8 km weit zu kommen. Ich denke nach ca. 2,5 km gehst du zu Fuß zur nächsten Tankstelle.

Da sagt mir der Hausverstand, dass das in einem GROBEN MISSVERHÄLTNIS schon zum Worst-Case-Szenario dieser Studie steht, geschweige denn wie es aussieht wenn wir’s richtig machen.

Und da war jetzt noch kein Thema der Feinstaubemission, Kohlenmonoxid, weitere Abgasbestandteile und Lärmanteil des konventionellen Motors, Motor- und Getriebeölverbrauchs, höhere Abnutzung von Bremsbelägen und Bremsflüssigkeit, CO2-Ausstoß in der Herstellung von Motor- und Getriebeteilen und sonstiger übergewichtiger Komponenten, die aus einem Transportmittel für durchschnittlich 80 kg menschliche Masse über 1.500 kg-Ungetüm machen. Kleiner Exkurs – um wieviel länger würde der Straßenbelag halten, wenn unsere Fahrzeuge nur die Hälfte wiegen würden? Schließlich ist Asphaltmischen auch nicht gerade ein CO2-neutraler Prozess.

Würde sich mal jemand GESAMTHAFT OBJEKTIV die gesamte Gestehungs- und Prozesskette ansehen – DAS wär mal eine Studie mit Aussagekraft! Alles was wir erzeugen und verbrauchen hat eine CO2-Bilanz und verdammt nochmal auch das konventionelle Fahrzeug in seiner Gesamtheit – und die ist bei Weitem uneinholbar hoch!

Leute – es gibt nichts mehr abzuwarten und zu diskutieren – JETZT IST‘s ANZUPACKEN !

Link zur Studie:
Zusammenfassung unter -  http://www.oeko.de/aktuelles/presse/pressemitteilungen/dok/1300.php
PDF-Dokument - http://www.oeko.de/oekodoc/1342/2011-004-de.pdf