Das erste e-Pickerl mit dem Roadster

16.10.2014 - Erste §57-Überprüfung am ÖAMTC-Standort Bruck/Leitha mit dem Tesla Roadster

Nach 3 Jahren und rund 86.000 km elektrisch unterwegs, war jetzt erstmals das in Österreich sogenannte Pickerl (§57-Überprüfung oder Hauptuntersuchung) am Programm. Leider hat Tesla in Österreich noch keine Lizenz, diese Prüfung selbst durch zu führen. Aus verlässlicher Quelle weiß ich jedoch, dass sie daran arbeiten und das künftig selber machen werden.

Also hab ich mal einen der beiden großen österreichischen Automobilclubs bemüht und beim ÖAMTC einen Termin ausgemacht. Ich glaub ich bin dort bereits über 20 Jahren Mitglied und in den letzten Jahren durch mein e-mobiles Engagement und der Unfähigkeit der Clubs zur Veränderung und Abnabelung von der alten Verbrennerlobby  ein paar mal kräftig an einer Kündigung vorbeigeschrammt. Mal sehen ob sie Wort halten und aus der Verbrennerraupe noch ein eButterfly wird ;-)

Um 7h früh war ich schon am Stützpunkt in Bruck/Leitha vor Ort. BTW - dort kommt nach letzten Infos eine schöne SMATRICS-Ladesäule bis Ende des Jahres hin. Wir werden sehen. Bei der Anmeldung des Roadsters zum Pickerl schon die erste Hürde, Motornummer hmmm gibts keine 0 eingeben, Hubraum hmmm gibts keinen 0 eingeben ;-) aber die Software hat es "gefressen". Der Prüfer, Hr. Fritsch (netter junger Mann), stand schon daneben und mit einem kleinen Glänzen in den Augen fragte er mich dann: "Den Schlüssel bitte?". Laut seiner Info war das der erste Tesla auf diesem Stützpunkt.

 

Ohne Einweisung und mit viel Gefühl lies er den Roadster in die Prüfbox rollen. Bremsen vorne, check! Bremsen hinten, check! Licht, Blinker, check! Scheibenwaschanlage, check! Bremsflüssigkeit, check! Blick unter die Fronthaube, Blick unter die Heckklappe, check (man sieht ja nicht viel)! Fahrgestell und Reifen hinten, check! Und auch vorne, check! Dann wechsel in die andere Box, da der Roadster leider für die Hebebühne zu knapp bemessen ist, da muss der klassische Wagenheber ran. Links hoch, check! Rechts hoch, check! Fertisch. Ein Blick auf die Uhr sagt, hmm was machen wir mit der restlichen Viertelstunde? Wie meinen? Naja, die Prüfzeit ist genormt und die Mindestzeit muss eingehalten werden. Also schlagen wir die Zeit mit ein paar Gesprächen tot, um die mir nicht ganz verständliche Bürokratie des ÖAMTC zu erfüllen.

An dieser Stelle - lieber ÖAMTC, wenn ein Elektroauto aufgrund seines einfachen Aufbaus im Antriebsstrang nur die Hälfte der Prüfzeit benötigt, dann könnte man in der selben Zeit doppelt so viele Autos prüfen und somit doppelt soviel Umsatz machen! *Klingeling* was sagt der Betriebswirt dazu? Bingo! Zeit totschlagen, nur weil man die Prozesse nicht flexibel gestaltet hat ist wohl nicht Sinn der Sache. Da gibt es Geld zu verdienen und Arbeitszeit effizienter zu nutzen. Bitteschön lieber ÖAMTC, gerne doch, der Tipp ist sogar gratis.

Ein herzliches Dankeschön an das Stützpunktteam Bruck/Leitha und Hrn. Fritsch im Speziellen für seine Offenheit E-Autos gegenüber, nur das "Urlaubsargument" scheint unausrottbar. Daran konnten offenbar meine 3 Schweizer Autobahnvignetten und 5.000 Kilometer Genua - Nordsee - Amsterdam - Wien auch nix ändern. Aber immerhin, man kennt schon die Supercharger-Strategie von Tesla und die Marke Tesla selbst ist keine unbekannte mehr bei der ÖAMTC-Belegschaft.

Na denn, be electrified, bis in 2 Jahren.

Euer Teslatester