Ladestation Wiener Modellregion im Test

Bild: wienermodellregion.at
Wiener Modellregion plant über 400 Ladepunkte im Raum Wien - fangen wir mal an zu testen

Auch die Stadt Wien hat mit der Wiener Modellregion ein Projekt rund um die neue, intermodale (Elektro)Mobilität gestartet. Im Zuge dieses Projektes sollen in den nächsten Monaten über 400 Ladepunkte in Wien entstehen.
Ich bezweifle zwar, dass ich es schaffe alle diese Ladepunkte abzufahren, aber zumindest ein paar, die nicht weit ab von meinen täglichen Wegen liegen, werde ich anfahren.

Vorwiegend werden die Ladesäulen eher im halböffentlichen Bereich, also Parkgaragen u.ä., und auf Firmenparkplätzen entstehen. In Wien macht es wenig Sinn, Laternenparker zu fördern. Öffentlicher Raum ist ein knappes Gut und wird schon von Verbrennern mehr als überbeansprucht, also kein 1:1-Abtausch der Fahrzeuge, sondern auf andere Mobilitätsformen umschichten und miteinander sinnvoll und einfach verknüpfen (intermodal).

12.12.2013 - Kraftwerk Spittelau

12.12.2013 - Tanke Wienenergie am Kraftwerk Spittelau

Den Anfang macht die Ladesäule beim Kraftwerk Spittelau - eine gute alte Bekannte aus der Zeit als ich noch nicht am Arbeitsplatz laden konnte.

GPS-Position: N 48.23270 O 16.36053

Die Säule stellt lediglich max. 16A zur Verfügung, entweder an 2 Schukos oder an 2 Typ2-Buchsen. Aktiviert und abgerechnet wird mit der Tanke-Karte (Vertrag mit Wien-Energie erforderlich).


Es stehen zwei separate und markierte und sogar beschilderte Parkplätze zur Verfügung. Das Ding jedoch zu finden ist eine Herausforderung, wenn man die genaue Zufahrt und Position nicht kennt.

Mittlerweile weiß ich es schon, aber beim ersten Versuch die Säule zu finden bin ich mehrfach daran vorbeigefahren. Anhand der Adresse Spittelauer-Lände glaubt man ja man kann von dieser Durchfahrtsstraße direkt zufahren. Weit gefehlt! Einmal daran vorbei, dann rechts rauf auf die Brücke, dann fährt man oben drüber weiter zur nächsten Kreuzung, muss dann an der stark frequentierten Uni/U-Bahnkreuzung wenden, retour neben der Brücke runter und dann rechtzeitig die Beschilderung entdecken und links in die Kraftwerkseinfahrt einbiegen.

Für eine Stunde parken bekommt man um EUR 0,78 den Strom dazu - bei 230V/16A sind das knapp 21 cent pro kWh. Nutzt man die Typ2-Buchse, darfs ein wenig mehr sein - hier fallen EUR 2,35 pro Stunde für parken und Strom an. Bei voller Ausnutzung der 3phasigen 16A kommt man ebenfalls auf die 21 cent pro kWh, nutzt man aber nur eine Phase oder lädt mit Drehstrom 400V/16A dann wirds ein bisserl teuer für meinen Geschmack. Wenn man natürlich die Parkgebühr einrechnet, die derzeit in Wien bei rund EUR 2,- pro Stunde liegt, dann ist's natürlich unverschämt günstig - je nach Blickwinkel.

Der Besuch bei der guten alten Bekannten am Kraftwerk Spittelau war nett. Die Säule hat gegenüber meinem letzten Besuch ein Update auf Typ2 erhalten, ist aber mit 16A ein wenig schwachbrüstig (das Kraftwerk stünde gleich daneben, da muss doch mehr gehen!).
Für einen kurzen Ladehalt ist es wenig geeignet, jedoch kann man bei einem Abstecher ins Zentrum das Auto gemütlich laden lassen. Dann muss man halt U-Bahnticket hin- und retour mit einrechnen.