32.000 km elektrisch unterwegs - ein Fazit

32.000 km elektrisch unterwegs - ein Fazit                                                                                                      

An alle Interessierten, E-Fahrer und die es noch werden wollen,

nach nun 32.000 km hab ich mal ein wenig in den Black-Box-Daten des Roadsters gekramt und eine Verbrauchsstatistik erstellt. Nachfolgend als Ergebnis daraus eine kleine Grafik. Als Basis hab ich die gefahrenen Kilometer, die gemessenen

 kWh im Fahrbetrieb und die geladenen kWh beim Laden herangezogen.

Es macht zwar nicht viel aus, aber immerhin hab ich 171 kWh in Summe selbst rekuperiert. Mehr als 1.000 km gehen daher quasi gratis durch. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl für die Rekuperationsleistung und man beginnt jede sich bietende topografische Gelegenheit auszunutzen. Im Stadtverkehr ebenfalls super, jede Ampel bringt wieder ein paar Wh. Obwohl in der Stadt nutze ich wenn möglich Öffis.

Die rote Linie ist natürlich der böse Diesel. Gerechnet mit den Jahresdurchschnittspreisen hier in Österreich. Es hätten mich die 32.000 km also an der Tankstelle knapp 2.500 Euronen gekostet.

Die dunkelgrüne Linie ist der Verbrauch von der Steckdose gerechnet, mit dem derzeitigen kWh-Preis in Österreich von rund 20 Cent und die hellgrüne Linie ebenfalls mit diesem Kostensatz, aber stellt den Verbrauchswert von der Batterie weg dar.
Hier tut sich ein Gap von knapp 25 % auf. Was ja dann den Ladeverlusten entspricht. Aktuelle Generationen an Ladegeräten bzw. Serienfahrzeugen werden da bereits effizienter sein und neuere Entwicklungen werden diesen Gap noch schließen.

Die sonnengelbe Linie zeigt die Energiekosten aus der eigenen PV-Produktion (Investition abgeschrieben auf 30 Jahre ergibt einen kWh-Preis von ca. 9 Cent). Vorausgesetzt man koordiniert seine Ladevorgänge so, dass sie sich sofort vom Dach in die Batterie bewegen - ist also angenommene Optimalsituation.

Die dünne blaue Linie ist meine Kilometerleistung pro Monat.

Konklusio:
Knapp 40 % Kostenersparnis gegenüber Diesel inkl. der Ladeverluste. Bei den Ladeverlusten schlummern nochmal 20 % Potential, womit man bei 60 % Gesamteinsparung liegt. Erzeugt man sich den Strom für die eigene Mobilität selbst, dann gehen da nochmal im Optimalfall ein paar Prozente, womit man die Gesamtkosten um knapp 70 % zum Diesel reduzieren kann.
So ganz optimal hab ich's persönlich nicht hinbekommen, aber ich bewege mich inkl. meinem PV-Strom bei ca. der hellgrünen Linie.

Das wird wohl nix mit Amortisation Zeit meines Lebens  :-O  . Aber das hab ich natürlich vorher schon gewußt. ;-))
Was es aber schön zeigt ist, dass bei Hochrechnung der unveränderten Istdaten, nach 10 Jahren normaler Nutzungsdauer rund 15.000 Euronen PLUS stehen bleiben. Da wir wissen, dass Erdölprodukte proportional teurer werden, geht diese Schere noch viel weiter auseinander. Zwar wird auch Strom teurer, aber sicher nicht überdurchschnittlich und abgesehen davon kann ich mir diesen ja selbst erzeugen.
Der E-Smart kostet doch so um die 20.000 ........ nach weiteren 3 Jahren Nutzungsdauer hat sich das Ding amortisiert.

War schon in Salzburg, Graz, Klagenfurt, Grado (Adria) etc., von der Wave von Genua nach Amsterdam gar nicht zu reden, und ich bin noch nie stromlos liegen geblieben.
Habe immer und überall Strom bekommen - hab meine Ladestellenverzeichnisse immer dabei. Die öffentliche Infrastruktur wird mit der steigenden Zahl an E-Fahrzeugen wachsen, da mach ich mir keine Sorgen.
Da ich Pendler bin ist meine tägliche km-Leistung mit 100 km weit über dem Durchschnitt. Um meinen tagsüber produzierten Strom auch am Arbeitsplatz nutzen zu können, hab ich ganz in der Nähe eine Ladestelle zur Verfügung.

Was ich mir wünschen würde?
Ein einheitliches Abrechnungssystem für Ladestrom - egal welcher Energieversorger, egal welcher Ladestellenbetreiber - habe mit meinem eigenen Energieversorger einen Vertrag und über Roaming wird die Nutzung abgerechnet. Ist ja schon keine Zukunftsmusik mehr - nach neuesten Infos ist sowas zwischen Kelag, EVN und anderen bereits in Planung/Realisierung. Keine Ladekarten sondern über SMS-Aktivierung, NFC oder QR-Code oder ähnliches, wir haben ja schon so schöne Gadgets für derartiges.
Ein europaweites, zentral verwaltetes Ladestellenverzeichnis. Die Ladestellen werden von den E-Fahrer bewertet, können sekundenaktuell auf Verfügbarkeit abgefragt werden (reserviert, besetzt oder ausgefallen), auch mit Reservierungsfunktion.

Weiter geht's - die nächsten 32.000 haben schon begonnen. Wie heißt es in der Werbung? " *pieps*-Fahrern geht es besser " - von wegen. Elektrofahrern geht es besser - der Spaß ist enorm, beim Beschleunigen, beim Energierückgewinnen, beim Leisedurchdiegegendgleiten, beim CO2nichtproduzieren, beim Andertankstellewinkendvorbeifahren, beim Auslachenewiggestrigerraserundliterweiseeuroverheizer, ...

BE ELECTRIFIED !

Euer TeslaTester