Erster Urlaub mit Familie und Elektroauto

Erster Urlaub mit Familie und Elektroauto - geht nicht? Geht doch!

Eigentlich ist es weniger ein Test für die Elektromobilität, als ein Test für uns jungen Eltern, ob wir das mit unserem 8 Monate alten Rabauken hinbekommen. Den Renault Zoe (= Elektroauto und unser Familienwagen neben dem Tesla) müssen wir eigentlich nicht mehr testen. Damit kann man gut auf Urlaub fahren. Die schwarze Französin bietet Platz für das Notwendigste (und nicht den gesamten Hausrat, den manche auf Urlaub mitschleppen).

Ein Google-Blick auf die ca. 160 km lange Strecke und die auf dem Weg liegenden Ladestationen erfordert keine weitere Analyse mehr. Das ist locker machbar. Zwar hat die Zoe noch einen Mini-Akku, aber dafür eine super Ladetechnik. Mit Sack und Pack gehts auf in die Steiermark, ins Hotel Retter am Pöllauberg.

 

Unser Kleiner braucht eine ganze Sporttasche Zeugs, wo wir Eltern beide alles in einer Sporttasche unterbringen. Dann noch das Kinderwagerl, sicherheitshalber das Reisebettchen, die Openevse-Ladebox für alle Fälle. Paßt alles wunderbar in die Zoe und wir haben sogar noch ein wenig Platz übrig.

Es sind ca. 160 km bis zum Hotel Retter am Pöllauberg. Wir starten mit prognostizierten 134 km Reichweite und haben die Raststation Loipersdorf ca. 35 km vor unserem Ziel als Zwischenstop im Auge. Mit kleinen Kindern ist sowieso öfters Pause angesagt und abgesehen davon steht dort eine super Smatrics Ladestation, die wir für die paar Minuten Pause optimal nutzen können. Trotz mehreren Kilos Zusatzgepäck haben wir in Loipersdorf 35 km Rest auf der Uhr, würde sich also auch ohne Ladepause ausgehen. Wir genehmigen uns aber trotzdem einen Kaffee und nach knapp 50 Minuten Geplauder ist die Zoe am 22kW-Lader auch schon wieder voll und zeigt nun 154 km Reichweite an.

Beim Hotel Retter angekommen dürfen wir sogleich an einer der zahlreichen hoteleigenen Ladeboxen laden. Hermann Retter wird selbst ab Ende Mai zum zweiten Mal Model-S-Fahrer und ist begeistert von der neuen (alten) Technologie. Sein erstes Model-S hat er vor kurzem verkauft, um auf das neue Dualmotor-Model-S umzusteigen. In den Hotelparkgaragen sind Ladeplätze für die Gäste reserviert und auch im Außenbereich gibt es vor dem Hoteleingang Lademöglichkeiten. Dort vor dem Eingang durften wir unsere Zoe an einer Typ2-Ladebox Grünstrom laden lassen (s. Panoramabild oben, links).

Es folgen zwei Tage voller netter Gespräche mit Familie Retter und Entspannung am Pöllauberg.  Die Familie Retter setzt auf Nachhaltigkeit und Regionalität in ihrem umfangreichen Angebot. Speisen und Getränke sind auf regionale und saisonale Verfügbarkeit ausgerichtet und einfach Top! Gleich nach unserer Ankunft genehmigten wir uns Kaffee und etwas Süßes - da waren wir von der Präsentation schon mal beeindruckt ;-)

Mit unserem Kleinen ist der erste Kurzurlaub eine gute Übung. Entspannung wie früher ist zwar nicht mehr möglich, ist aber nur eine Definitionssache und verändert sich naturgemäß. Im richtigen Ambiente kann man es sich auch mit Kindern ganz gut gehen lassen. Der beheizte Außenpool, der kleine Indoor-Whirlpool, die Saunalandschaft und der Garten der Sinne bieten da reichlich Möglichkeiten. Wir waren aber so nett, die anderen Gäste im Ruheraum nicht mit "dadada, wawawa und wäääääh" zu unterhalten.

 

Alles in allem hat alles bestens geklappt und für uns ist das Argument ein Elektroauto ist nix zum Urlaub fahren vom Tisch. Das Geld ins Ausland karren sollten wir sowieso besser überlegen, es gibt auch schöne heimische Orte zum entspannen. Das Hotel Retter und der Pöllauberg in der schönen Steiermark gehören eindeutig dazu.

Unser Dank gilt an dieser Stelle Ulli und Hermann Retter für deren Einsatz in ihrem Vorzeigebetrieb, unter anderem auch für die Elektromobilität,

(Ulli Retter, M. Hillinger, Foto: Tesla Club Austria)

dem Ladestationsbetreiber Smatrics für den ständigen Ausbau der Ladeinfrastruktur, meiner Frau, die die erste Urlaubserfahrung mit Kind, Kegel und nervigem Mann ausgezeichnet gemeistert hat und unserem Kleinen, der sich scheinbar bestens erholt hat ;-)

Auf der Rückfahrt nahmen wir den Weg über Eisenstadt für einen Kurzbesuch bei der Familie im Burgenland. Bei der Gelegenheit nutzten wir die Smatrics-Ladestation in Eisenstadt. Gleich daneben ist ein Merkur-Markt. Da sowieso ein Einkauf für die nächsten Tage anstand, konnte die Zoe gemütlich wieder aufladen. Der Einkauf passte noch perfekt in die Zoe und bei der Weiterfahrt ins Burgenland stand die prognostizierte Reichweite schon bei 171 km.

Abschließend für alle kühlen Rechner - bei 15.000 km im Jahr verfährt man im Schnitt so um die 825 Liter Benzin/Diesel. Dh, anstatt einmal im Jahr mit der Familie einen netten Kurzurlaub zu verbringen, investiert man die knapp € 1.000,- in russische Präsidentenpaläste, arabische Hotelinseln oder amerikanische Frackingfelder. Wow! Intelligent nicht wahr und vor allem total ökonomisch? Der Strom für die 15.000 km kostet an der heimischen Steckdose und ohne schlechtes (Umwelt)Gewissen knapp € 500,-. Bleiben rund € 500,- für Spaß mit der Familie. Mal drüber nachdenken lohnt sich.

Sonnige und elektrische Grüße

euer Manfred