Feedback eines schweizer Touristen zur Österreichischen Ladeinfrastruktur

 

Feedback zur Smatrics Infrastruktur in Österreich - wie sehen unsere e-mobilen Touristen die Situation?

Durch rein zufälligen Kontakt über meine Homepage bekam ich die Möglichkeit dieses Feedback an unseren Ladestationsbetreiber SMATRICS zu lesen. Mit freundlicher Genehmigung der Firma MDW Temperatursensorik GmbH, darf ich euch hier den freundlichen aber doch kritischen Brief zum lesen veröffentlichen.

Im Prinzip sind alle erwähnten Punkte zu unterstützen und werden auch laufend in den Foren diskutiert bzw. als Feedback auch an SMATRICS kommuniziert. Mein letztes ähnliches Erlebnis an der Raststation in Ybbs/Donau endete glücklicherweise schlußendlich positiv. Die 43kW-Ladesäule akzeptierte partout meine Smatrics-Karte nicht. Die Hotline hat Samstagabend dann nach einiger Zeit und mehreren Rückrufen die Säule doch zum Laufen gebracht. Dennoch ist das für den Flächeneinsatz der Elektromobilität ein absolutes NoGo.

Wie unser netter Tourist schreibt, das muss ratzfatz wieder in Stand gesetzt werden und diese leidigen Ladekarten müssen dringend weg und einer ordentlichen, praktikablen Lösung weichen. Na denn, ...

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Sehr geehrte Damen und Herren

Während unserer dreitägigen Reise durch Österreich haben wir teilweise an Ihren Ladestationen unser Elektromobil geladen. Gerne geben wir Ihnen einige Eindrücke und Erfahrungen aus der Sichtweise eines Touristen bekannt.

Persönlich fahre ich bereits seit über 20 Jahren Elektrofahrzeuge und ebenso lange produzieren wir Strom mit unserer eigenen Photovoltaik-Anlage. Seit vier Jahren fahre ich den Tesla Roadster. 

Mir ist bewusst, dass man mit diesen Ladestationen zurzeit noch kein Geld verdienen kann. Gerade deshalb danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihren Einsatz in Sachen Elektromobilität. 

Wir starteten unserer Reise am 14. September 2014 in CH-Winterthur und die erste Etappe führte uns über St. Anton am Arlberg, Innsbruck, Wörgl, Zell am See. Zweiter Tag Grossglockner Hochalpenstrasse, Lienz, Felbertauern nach Mittersil, Kitzbühel, Wörgl und Übernachtung in Obsteig oberhalb Telfs. Anderntags über St. Anton, Lech, Dornbirn wieder nach Winterthur. Gesamtstrecke 1075,3 km. 

Ladestellen
St. Anton: Tesla-Ladestation kostenlos.
 


Imst: SMATRICS schwer zu finden trotz Navigation. Besser in Ihrem Kurztext den Namen des Parkhauses inkl. Deck erwähnen. Ladestation hat funktioniert.


Zell am See: SMATRICS, hier war nur ein Bericht unter Lemnet.org, dass die Station seit dem 1. September 2014 defekt ist. Hier sollte vor Ort ein Elektroinstallateur alles innerhalb von 24 Stunden in Ordnung bringen. Sollte der Defekt an der Zuleitung oder der Sicherung liegen, hat Ihr Mitbewerber ElektroDrive Salzburg in Zell am See auch eine Ladestation. Allerdings kann man als Schweizer keine Ladekarte beziehen, obwohl Österreich vom Tourismus lebt. So mussten wir bei einem Hotelier leider nur mit 13A laden und den Grossglockner mit halbvollen Batterien in Angriff nehmen. Die Maut ist für Elektromobilfahrer 10€ günstiger. Auf der Strecke werden drei Ladestationen angeboten mit leider veralteter Technik von 13A. Bei einem Tesla ergibt dies pro Stunde nur eine Reichweite von ca. 18,4km.

 

Lienz: Hier wollte auch gerade ein Teslafahrer mit dem Model S aus Deutschland kommend laden. Leider war die Anlage defekt, jedoch ohne Hinweis. Wir haben bei Ihrer Hotline angerufen und den versprochenen Rückruf innerhalb 10 – 15 Minuten nie erhalten.

 

Mittersil: Mit sehr knapper Batteriekapazität mussten wir dann nach Mittersil fahren, wo wir bei Ihrer Station 3 ½ Stunden laden mussten. Danach fuhren wir nach Obsteig zum Hotel Stern, welches als erstes Hotel in Tirol mit einer Schnellladestation für alle auf dem Markt erhältlichen Elektromobile ausgerüstet ist. Diese Schweizer Anlage kostet ca. 41‘000€ und ist hier erst seit einem Monat in Betrieb. Während dieser Zeit haben jedoch bereits 10 Elektromobilfahrer im Hotel Stern übernachtet.

 

Lech: Letzte Ladestation nur mit 13A kostenlos.

Zusammenfassung von Verbesserungsvorschlägen

  • Genaue Kurzbeschreibung im Text wo sich die Ladestation befindet. Für Fahrer mit Erstkontakt sehr wichtig.

  • Ladeschild aussen am Parkhaus montiert.

  • 24/48 Stunden Reparaturdienst an defekten Ladestationen.

  • Eine Hotline, welche auch in angemessener Zeit zurückruft.

  • Für die Zukunft ein einheitliches Bezahlsystem. Im Internet sind darüber bereits mehrere Berichte darüber zu finden. Falls dies nicht eingeführt wird, wirkt sich dies negativ auf die Elektromobilität aus.

Mit freundlichen Grüssen

MDW Temperatursensorik GmbH