Sportwagenopening in Bad Leonfelden

1. - 3.5.2014 Sportwagenopening in Bad Leonfelden mit elektrischer Beteiligung - alt trifft neu

Auf Einladung von Mr. Ferrari, Heribert Kasper, waren wir mit dem Roadster beim Sportwagenopening in Bad Leonfelden dabei. Das Event hatte caritativen Charakter - "Sportwagenfahrer mit Herz", der Reinerlös kam Pro Juventute zu gute. Unter der Flagge des Tesla Club Austria, Regro Elektrogroßhandel, e-mobil in NÖ, Wiener Modellregion und mundi Consulting, wollen wir die Welten ein wenig näher zusammenrücken. Vielleicht auch ein wenig Neues in die Sportwagenszene bringen, die ja durchwegs noch von VKMs dominiert wird. Sportwagen sind auch in der elektrischen Version ein Hingucker und vermitteln Spaß am Fahren. Andere Vorteile, wie das fehlende Abgas, wenig Lärm und geringe Erhaltungskosten sind hierbei nicht primär vorrangig, sollten aber auch mitbedacht werden.

Für die Sternfahrt Richtung Bad Leonfelden war unser erster Treffpunkt an der Raststation Korneuburg. Überpünktlich parkten wir gleich mal neben einer sonnengelben Corvette ein.

  

Nach und nach trafen Ferraris, Lamborghinis, Porsche und Aston Martin ein. Für viele Leute, vorwiegend Kerle  ;-)   würde das wohl einen hohen Adrenalinspiegel auslösen, beim röhrenden Klang der V8-Maschinen und dem leicht beißenden Benzingeruch. Vor einigen Jahren wäre es mir vermutlich nicht anders ergangen. Wäre mir der Tesla Roadster nicht dazwischen gekommen, hätte uns möglicherweise eine Corvette, Viper oder Mustang geblüht. Aber wie so oft kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Heue fahre ich in meiner Rolle als e-mobiler Vorreiter mit mehreren Millionen Euro an benzin- und adrenalingeschwängerten Supersportwagen durch die Gegend ... und es regt sich bei mir nix. Der Teslavirus hat ganze Arbeit geleistet ;-)

Beim ersten Plaudern mit den Sportwagenfans nebst Beifahrer(innen), stellen sich altbekannte Fragen - wie weit, wie schnell, wie lange, etc.. Da stürmt plötzlich ein unbeteiligter Tankstellenkunde mit angelegter Handykamera auf uns zu - Lambo, Corvette, Aston Martin und Tesla - dreht Fotos schießend und mit breitem Grinsen eine Runde um den Tesla und so schnell wie er kam, war er auch wieder weg ;-) Konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Zur Abfahrt von der Raststation gab es dann die obligate Convoy-Aufstellung nebst wartender Menge an Tankstellenkunden. Eine Menge Staub und röhrende Motoren sorgten für Erinnerungsfotos. Nur einer rauschte lautlos unter verwunderten Blicken los. Ganz entspannt bei 120 sah ich die Benzinwelle davonheizen, im wahrsten Sinne des Wortes ;-) Das Navi schalteten wir gleich mal aus, der Benzingeruch würde uns schon den richtigen Weg weisen ;-)

Eigentlich dachte ich wir wären die Letzten, aber nein - nach knapp 3 Stunden gemütlicher Fahrt kamen wir als einer der Ersten in Bad Leonfelden an. Check-in im Falkensteiner und Handshake mit Herrn Kasper. Sogar eine 32A-Ladestation für den einzigen E-Sportler war organisiert (Dank an Wolfgang für die Organisation an dieser Stelle).

 

Die Strecke über 244 km ließ noch rund 95 km im Akku. 16,1 kWh auf 100 km verbraucht, das sind 161 Wh/km. Gegenüber den sportlichen Kollegen haben wir das Benzinäquivalent von knapp 1,7 Litern auf 100 km "verbrannt" - schon die NEFZ-Verbräuche liegen bei den Kollegen wohl weit darüber.

Der erste Abend klang nett aus. Ein wenig das Spa genossen, an der Hotelbar ein paar interessante Sportwagengespräche und ein wunderbares Abendessen rundeten den Ausklang des ersten Tages ab. Nebenbei trifft man zufällig noch nette Kollegen - ein Gruß an dieser Stelle nach Linz in die Racon, unser Schwestern-IT-Haus.

BOAH!! Leonfelden - den zweiten Tag nenn ich BOAH-Tag

Boah! Voll gut gepennt im Falkensteiner! Boah! Frühstücksbuffet vom Feinsten! Boah! Was blüht hier bloß in Bad Leonfelden? Die Kiste voll mit Blütenstaub! Also mal ne Runde mit dem Gartenschlauch getanzt, zur Verfügung gestellt vom Hotel Falkensteiner. Wurde von allen Teilnehmern dankend angenommen.

Nach dem Frühstück und der Gartenschlauchdusche ging es zur Convoy-Aufstellung für die Fahrt nach Krumau. Boah! War das laut! Dann Abfahrt, an organisierten Straßensperren vorbei. Boah! Immer der Nase nach - im wahrsten Sinne des Wortes - da brauchst kein Navi mehr. Bei aller Liebe zum Sportwagen ... nach den ersten 30 km im Pulk fahren, wurde mir schon etwas schwindlig vor lauter Benzindämpfen. Boah! Was da rausgehauen wird, ist kein Vergleich mit normalem dichten Verkehr! Da kann man froh sein, dass für das Auto für die Masse strengere Abgasregeln gelten. Schade drum, Sportwagenausfahrten mit offenem Fenster durch die Landschaft würden den Spaßfaktor noch eindeutig heben.

Auf dem Weg nach Krumau drehten wir in so manchem Dorf noch eine Runde über den Hauptplatz. Viele Leute auf der Straße, die fleißig mit Handys und Kameras die visuellen Eindrücke festhielten. In Krumau angekommen röhrten die Motoren in den engen Gassen der Altstadt besonders laut. Im Tourismusstädtchen war am Hauptplatz ordentlich was los, inklusive Begrüßung durch die Offiziellen.

  

Nach einer kurzen Führung durch die Altstadt war noch Zeit für ein, zwei Fragen des interessierten Publikums. Dann hieß es schon wieder einsteigen und los Richtung Freistadt. Boah! War das wieder Hölle laut! Und unter benzingeschwängerter Luft rollten wir als einziger lautlos übers Kopfsteinpflaster davon.

Boah! Irgendwie die falsche Ausfahrt am Kreisverkehr genommen - doch nicht so gut "der Nase nach" ;-) Boah! Vorbei an der Auffahrt Richtung Linz. Boah! Auf die Benzinbrüder ist kein Verlass, jetzt aktivieren wir mal das Navi. Mit 30 Minuten Verspätung kamen wir in Freistadt an - so kann es gehen, aber Dank Navi noch vor einigen anderen. Sportwägen ohne Navi? Egal, der Hauptplatz in Freistadt war gut besucht und der kleine orange E-Flitzer fiel jedenfalls auf.

Jetzt am zweiten Tag denke ich doch darüber nach, wo die Gemeinsamkeiten zwischen klassischen Verbrennersportwagen und der neuen Generation E-Sportwagen liegen. Das gemeinsame ist das sportliche Äußere, der Spaß am Fahren ... und das war's auch schon. Das Interessensgebiet von Ventilen, Vergaser, Einspritzer zu Umrichter, Akku, Ladetechnik könnte nicht unterschiedlicher sein. Die Gedankenwelten sind doch noch etwas von einander entfernt. Bei manchem mehr, bei anderen weniger. Aus den unterschwelligen Spitzen gegen Tesla ist das eine gut erkennbar. Die interessierten Fragen manch anderer lassen schon auf ernsthaftes Interesse schließen.

Als dann noch Markus Kreisel mit seinem e-Porsche (www.ev-cars.at) vor dem Hotel Falkensteiner eintraf, war die Begeisterung und Überraschung groß. Ein Porsche mit E-Antrieb!? Mit 400 km Reichweite? Das war schon was außergewöhnliches. Kontakte wurden geknüpft und technische Möglichkeiten besprochen ... ob da nicht bald auch was anderes elektrifiziert wird?

 

Der abschließende gemeinsame Abend in der Waldschenke war durch nette Gespräche und ausgezeichnetem Essen geprägt. Die feierliche Enthüllung eines Ferrari-Gemäldes von John Owen, einem örtlich ansässigen Maler, war das geplante Highlight.

Eine Runde durch Oberösterreich am dritten Tag bei regnerischen Wetter

Am dritten Tag startete der Tross am Morgen Richtung Ried im Innkreis los, um beim örtlichen Lamborghini-Händler die feierliche Premiere der neuesten Innovation des Herstellers bei zu wohnen. Da wir vor haben nach dem weiteren Halt in Wels wieder Richtung Niederösterreich auf zu brechen, war jede Lademöglichkeit willkommen. Herr Priewasser organisierte gleich einen seiner Kollegen, um uns Strom zu geben. Danke dafür.

 

Selbstverständlich durfte man einen Blick in den neuen Huracan werfen und Probe sitzen. Wer das nötige Kleingeld besitzt kann sich dieses formschöne Schmuckstück in die Garage stellen. Man sollte aber nochmal soviel Kleingeld haben das Ding zu versteuern und mit Betriebsstoffen zu versorgen. Boha! Ey!

  

Von hier nach Wels ging es dann weiter mit Gästen an Bord. Von Pro Juventute wurde eine Schar an Kindern zu Lamborghini Priewasser mitgebracht. Unter den Kindern und Jugendlichen wurden nun die Beifahrerplätze verlost und in den Sportwägen bis Wels mitgenommen. In Wels angekommen wurden die Kinder im Einkaufscenter wieder von Pro Juventute übernommen. Eine nette Geste der Sportwagenfahrer, wobei ich mir natürlich gewünscht hätte, mehr E-Flitzer wären dabei gewesen. So hatte ich nur die Möglichkeit ein junges Mädchen von der Sinnhaftigkeit des Elektroantriebs zu überzeugen.
Das Event im Einkaufscenter Wels hat mich nicht so überzeugt wie die übrige Organisation des Sportwagenopenings. Nebst der für meinen Geschmack etwas dünnen Präsentation und Showrahmen war die Örtlichkeit zwar nett, aber wenig geeignet für ein paar PS-Monster. Die Draufgabe mit einem 800 PS-Ferrari dann noch in der geschlossenen Halle etwas röhrenden Motorenlärm zur Belustigung der Zuschauer zu veranstalten, war etwas zu viel des "Guten".

Während sich der Sportwagentrupp wieder Richtung Bad Leonfelden aufmachte, nahmen wir die Rückfahrt nach Niederösterreich in Angriff. Bei einem kurzen Zwischenstopp in Amstetten, statteten wir der gut versteckten Smatrics-Ladesäule noch einen Besuch ab. War echt schwer das Ding zu finden ohne genaue GPS-Angaben und Unkenntnis darüber, dass es die Adresse in Amstetten gleich zwei mal gab. Eine gute Stunde haben wir mit Suchen verbracht und sie dann doch gefunden.

Alles in allem ein gut organisiertes Event mit Öffentlichkeitswirksamkeit. Lediglich der Elektroanteil unter den Sportwagen ist mir persönlich zu klein gewesen, aber dagegen kann man ja was unternehmen ;-) 

Noch mehr Bilder vom Sportwagenopening in Bad Leonfelden

Elektrische Grüße - be electrified!

Euer Tesla-Tester