Großglockner im Rahmen der Mythos-Sportwagen 2014

Mythos-Sportwagen lud am 23.8.2014 zur Fahrt auf den Großglockner ein und 50 sportwagenbegeisterte Teilnehmer kamen

Dieses Wochenende hatte ich gemeinsam mit meinem Begleiter im Rahmen der Veranstaltung Mythos-Sportwagen www.mythos-sportwagen.de die Möglichkeit wieder einmal unseren höchsten Berg, den Großglockner, zu erklimmen. Als Mitfahrer und Begleiter konnte ich unseren Globetrotter und Weltreisenden Esteban Perñer gewinnen. Er hat schon mehr als die halbe Welt gesehen, aber Österreichs höchster Berg war für ihn doch eine Premiere. Mehr zu seinen Reisen gibt es unter http://www.followingstefan.com oder unter https://www.facebook.com/followingstefantravelblog

 

Am 22.8. Vormittags machen wir uns auf den Weg aus dem Raum Wien nach Zell am See. Gute 390 km über Leoben, Liezen, Schladming und Bischofshofen. Leider gibt es entlang der Strecke S6/A9 so gut wie keine Schnelllademöglichkeiten oder sonstige beschleunigte Ladestation. Schukosteckdosen und CEE bis maximal 16 Ampere sind zwar laut Ladeverzeichnissen genug vorhanden, aber als Reisender will man ja auch ankommen, daher sind diese wenig geeignet für diesen Zweck. Dieser Streckenabschnitt ist offenbar noch unentdecktes Land für unsere Ladestations-Provider.
Also blieb uns nur die vorbildliche Firma Ringhofer www.ringinstall.at in Schladming als möglicher Halt, um dort gegebenenfalls den Tesla-Schnelllader zu nutzen. Nach gut 290 km Fahrt war es sowieso Zeit für eine Pause und ein wenig was zu Futtern, also parkten wir den Roadster beim HPC (Tesla-Roadster-Schnelllader) der Firma Ringhofer und spazierten in die Schladminger Innenstadt zum Kirchenwirt um unsere eigene Energie aufzuladen.

Die öffentlichen Ladesäulen in Zell am See sind laut diverser Verzeichnisse noch etwas spärlich und mit geringer Leistung. Wie immer kein Problem, meine bisherigen Erfahrungen mit Hotels wurde wieder bestätigt. Eine nette Frage nach einer Steckdose, wo wir den Rest im Akku füllen konnten, war kein Problem. Danke an dieser Stelle an das Hotel Schmittenhof www.schmittenhof.at bzw. Landhotel-Martha www.landhotel-martha.at.

Am nächsten Morgen ging es schon sehr früh zum Flughafen Zell am See zum Briefing für die Ausfahrt auf den Großglockner. Rund 50 teilnehmende Fahrzeuge verschiedenster Marken und Baujahre waren vor Ort. Lamborghinis, AMG-Mercedes, ein Renault-Alpine oder ein V22 Grand-Tourismo etc.... und .... EIN (!) Tesla Roadster, der die e-mobile Fahne hoch hält. Eigentlich sollten mehrere aus der Tesla-Fraktion teilnehmen, übrig blieb wieder mal nur ein Team. Der geneigte E-Mobilist mag von diesen Sportwagenveranstaltungen halten was er will, aber eines möchte ich schon festhalten: Jeder Tesla-Roadster (auch Model-S hätten teilnehmen dürfen) hätte einen Startplatz belegt, der dann halt eben nicht an einen lärmenden und rauchenden Sportwagen vergeben werden kann. So war es halt nur einer, der den Gesamtausstoß der Veranstaltung etwas nach unten drückte.

Schon beim Start kamen sehr viele Teilnehmer mit Interesse auf uns zu. Das mag einerseits an unserem ungewöhnlichen Outfit gelegen haben, andererseits aber vielleicht doch auch am einzigen E-Flitzer im Teilnehmerfeld. Das Outfit machte den Einstieg ins Gespräch jedenfalls leichter. Die Powerrangers Volt und Ampere - gemeinsam sind sie KiloWatt ;-)

 

Zwischen diversen Porsches und einem De Tomaso Pantera nahmen wir Aufstellung. Keine Frage, die Geräusch- und Geruchskulisse bei der Abfahrt war enorm. Die Vibration der Hubzerknallschüttler (Copyright gleichnamiger tff-forums-Mitglied) konnte man richtig fühlen und als der De Tomaso vor uns seinen Motor startete war es gänzlich vorbei mit Unterhaltung.

Die Organisation war richtig gut und die Teilnehmer sehr diszipliniert. An strategisch wichtigen Kreuzungen auf der Strecke wurden Streckenposten aufgestellt und in Mittersill wurde sogar die ganze Innenstadt/Hauptstraße gesperrt. Aber zuerst ging es mal zur Kassa Ferleiten zum Start, auf die extra für diesen Tag und unsere Veranstaltung gesperrte Großglockner Hochalpenstraße. Das war echt ein Erlebnis! Kein Verkehr, man konnte daher etwas zügiger rauffahren und ein wenig das Sportwagenfeeling geniessen. Nach der Mautstation wurden die Teilnehmer in 15 Sekundenabständen hochgeschickt. Nur bei einem war es für 15 Sekunden kurz still ;-)  ssssssssssssssssssssssssss! Und weg waren wir.
Leider ließ die Witterung nicht allzu risikoreiche Aktionen zu, aber es war schon beeindruckend eine Kehre nach der anderen diesen Berg hoch zu fahren. Mit 75 % Ladestand zu beginn sind wir dann oben mit knapp über 50 % angekommen. Auf der Kaiser-Franz-Josefshöhe angekommen war es dann schon etwas frisch, bei einstelliger Temperatur und unseren Powerranger-Morphsuites. But the show must go on. Eine kleine Pause ermöglichte wieder interessante Gespräche mit Teilnehmern und Besuchern und die Besichtigung des Automobil-Museums.

Bei der Abfahrt über Heiligenblut bis Großkirchheim holten wir uns gute 50-60 km durch die Rekuperationswirkung zurück. Schnelles Bergabfahren war aufgrund des eingesetzten Regens sowieso nicht möglich.

Nach einer netten Begrüßung in Großkirchheim ging es weiter zum nächsten Stopp in Matrei und von da dann weiter nach Mittersill. Auf der ganzen Strecke sah man immer wieder ein paar Einwohner, die sich trotz des Regens es sich nicht nehmen ließen, die Durchfahrt des Teilnehmerfeldes zu sehen. Mittersill war aber dann besonders speziell. Hier wurde extra die Hauptstraße gesperrt. Links und rechts der Straße versammelten sich die Einwohner und als wir von der Ortseinfahrt in 30 Sekundenabständen losgeschickt wurden, kam ein Stück weit Rallye-Feeling auf. War schon eine interessante Erfahrung vorbei an den Zuschauern durch den Ort und dann den Berg hoch bis zu Oberkrammernalm.

Von Mittersill ging es wieder zurück nach Zell am See wo am Flughafen die Abschlußveranstaltung stattfand. Der Flugplatz wurde für die Teilnehmer gesperrt und man hatte die Möglichkeit ein paar Runden über die Start-/Landebahnen zu drehen. Zuerst hatte es mich schon gereizt, den Roadster über die Piste zu jagen. Aufgrund der Wetterverhältnisse, tiefer Wasserlacken und meiner mangelnden Rennerfahrung, habe ich das sicherheitshalber auf ein anderes Mal verschoben. Ein mulmiges Gefühl war da schon dabei als so mancher mit 200 Sachen an der Zuschauermenge vorbeirauschte, manche Bremsscheibe zu brennen begann und die Luft voll war mit den Abgasen und Bremsstaub. Vor einigen Jahren bzw. in meiner Jugend hätte ich das wohl auch "voll geil" gefunden - heute muss ich sagen ... ja, beeindruckend, aber ich könnte mir das besser mit E-Flitzern vorstellen.
Da es nächstes Jahr eine Wiederholung geben soll, erwarte ich mir von der E-Sportler-Community ein wenig mehr Enthusiasmus! Startplätze sichern - je mehr desto besser! Und wir machen aus der Großglockner-Fahrt ein flüsterleises Bergrennen und am Ende elektrifizieren wir den Flughafen in Zell mit unseren verzögerungsfreien Newtonmetern.

So long! Die Powerranger-Aktion war trotz schlechten Wetters super. Sowohl für Erwachsene als auch Kinder war es ein Anziehungspunkt, sich die verrückten in ihren Morphsuites anzusehen. Wobei einige ja glaubten, wir wären mit den Fahrrädern unterwegs gewesen ... naja

Abschliessend noch ein paar Zahlen - es waren rund 1.000 km an diesem Wochenende und einige 1.000 Höhenmeter, die wir mit einem Gesamtdurchschnittsverbrauch von 13,5 kWh bewältigt haben. Nur zur Orientierung - das sind ca. 1,3 Liter / 100 km. Die gesamte Bergfahrt von Zell über Glockner, Großkirchheim, Matrei, Mittersill und wieder Zell mussten wir nicht laden. Am Flughafen Zell sind wir mit 50 km Rest angekommen, abgefahren waren wir mit Akkustand 75 % oder 265 km.

Am Sonntag hatte dann mein Begleiter Esteban noch seine E-Auto-Premiere und lieferte eine tolle Leistung ab. Von Zell am See nach Schladming (ca. 90 km) mit 15,3 kWh im Schnitt. Da hat wohl jemand Strom im Fuß ;-).

Mehr Bilder von der Glocknerfahrt gibt es hier: 

 

be electrified

Manfred & Esteban