Erster Tag Rallye e-Silvretta Montafon

Schweizerisch-österreichische Kooperation - mit dem Tesla Roadster auf der 17. e-Silvretta im Montafon, Tag 1

Vorbereitung ist alles. Schon vor einem Jahr begeisterten mich die Fotos der Silvretta-Rallye im Montafon. Also war klar, der Termin muss 2014 auf den Plan. Eine coole Kombination der alten und der neuen Welt, indem die Classic-Fahrzeuge gemeinsam mit den E-Fahrzeugen über die Berge fahren.

Bereits Anfang 2014 meldete ich mich beim Mitveranstalter "Vlotte" Vorarlberger Illwerke VKW. Im Mai kam dann die Bestätigung für einen Startplatz. Nun noch schnell einen Beifahrer finden. Mit dem Gewinner der Light-Wave auf der Wavetrophy 2014 war er gefunden. Christian Frei war gleich voll Begeisterung und Enthusiasmus dabei.

Mit zwei bzw. drei Jahren Wave-Erfahrung wird das sicher kein Problem. Christian reiste am Vortag 2.7. aus der Schweiz an und ich nahm den Nacht-Autozug von Wien nach Feldkirch. Schießlich soll die Anreise so umweltfreundlich wie möglich erfolgen. Am Donnerstag Früh machten wir uns gemeinsam von Feldkirch aus auf den Weg nach Partenen. Mit der Pension Christophorus hatten wir einen echten Glücksgriff gemacht - mitten in Partenen, nur 5 Gehminuten vom Startgelände entfernt. Nach der Ankunft in Partenen mußten wir gleich mal die Akkreditierung erledigen und uns alle erforderlichen Unterlagen holen, nebst vielen zusätzlichen Präsenten der Veranstalter und Werbepartner. Dem Roadster sei Dank, dass ich dafür ja genügend Platz habe *Sarkasmus Ende*. Nach einem ersten Blick in die Startliste und das Roadbook war gleich mal klar, die Wave-Erfahrung hilft uns da nur bedingt weiter. Nach etwas Einlesen in die Bedeutung der Legende und Beschreibungen

hatten wir es aber im Großen und Ganzen verstanden.

Nachdem wir das Gepäck in der Pension Christophorus abgeladen hatten, ging es gleich an das Startgelände. Von den Kollegen der Illwerke gab es noch eine nette Begrüßung und ein paar schöne Vlotte-Aufkleber für den Roadster. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die Vorarlberger Illwerke VKW für den Startplatz. Insbesondere ein Dankeschön an Jasmin Bussolon und christoph Burtscher für die unkomplizierte Organisation und die nette Begrüßung.

Erste Startaufstellung im Getöse Jahrzente alter Museumsstücke

Man merkt die langjährige Erfahrung der Organisatoren. Zentrale Anlaufstelle für alle Teilnehmer, sehr viele Helfer und Streckenposten, professionelles Equipment für Zeitnehmung und Wertungsprüfung und top elektronische Info-Unterstützung. Per SMS bekommen die Teilnehmer die Startzeit direkt auf das Handy. Die Ergebnisse der Fahrten bzw. Wertungsprüfungen ebenso inkl. Rang per SMS. 

Auf die erste Tagesetappe starten E-Rallye und Classic-Rallye gemeinsam. Dabei wurden die E-Fahrer in der Startreihenfolge unter die Classic-Fahrer gemischt. Bei den Classic-Fahrzeugen waren sicherlich einige supertolle, superteure und superseltene dabei. Bitte keine Fragen dazu - da kenn ich mich nicht aus. Nur soviel, sie waren extrem laut, stanken zum Himmel und teilweise verloren diese alten Kisten Öl und Benzin. Aus meinem Blickwinkel einfach nicht mehr zeitgemäß. Mit etwas Umrüstung auf elektrisch könnte man die durchaus interessanten Karossen am Leben erhalten. Aber gut, dafür ist die Gesellschaft und vor allem die betuchten Besitzer wohl noch nicht bereit dazu. Ein paar strenge Gesetze könnten hier viel bewegen.

Der erste Tag wartete mit perfektem Wetter auf. Mit dem einzigen Tesla im Starterfeld hatten wir neben BMW i8 und Mercedes SLS AMG ein wenig das Interesse und Aufmerksamkeit des Publikums. Das Getöse am Startbogen wurde zeitweilig von Ruhe unterbrochen. "Den hört man ja gar nicht!" ist wohl der häufigste Satz gewesen, als wir unseren Startplatz im Getöse der anderen einnahmen. Anstatt es gut zu heissen wird es noch zusätzlich als gefährlich abgetan. Verrückt! Denn das Getöse ist viel gefährlicher, nur merkt es keiner der Besucher direkt, weil man ja an den Abgasen nicht in der Sekunde erstickt und umkippt. Naja, mir kam es beinah so vor...

Von Partenen aus ging es hoch auf die Silvretta Hochalpenstraße, über die Bielerhöhe (2037m) und das Zeinisjoch (1842m). Ein echter Spaß bei Sonnenschein die vielen Kehren rauf und runter zu stromern. Dabei war gleich die erste Wertungsprüfung zu bewältigen. Die Strecke von 14,65 km ist in 1500 Sekunden zurück zu legen. Zeitgenau! Nicht eine Sekunde vorher, nicht eine Sekunde nachher, jede Abweichung wird mit Strafpunkten geandet. Weiters darf 100 m vor der Lichtschranke nicht mehr angehalten werden. 

Wie man sieht hat uns eine Sekunde bereits 100 Strafpunkte eingebracht. Naja, wir sind ja lernfähig ;-) Die einzigartige Landschaft hier herauf entschädigt für ein paar Spaß-Strafpunkte, das Leben ist ja sonst schon ernst genug.

Am Zeinis-Joch gab es dann die zweite Wertungsprüfung. Hier mußte mit abgestelltem bzw. ausgekuppeltem Motor eine Strecke von 150 m in 15 Sekunden gerollt werden. Anhalten auf der Strecke war natürlich nicht erlaubt. 

Mit einer Abweichung von -0,35 Sekunden waren wir etwas zu früh dran, aber der Wert ist schon mal nicht so schlecht.

Zurück über die Bielerhöhe war dann die erste Zeitkontrolle, denn die Strecken sind immer mit einer Zeitvorgabe versehen. Für die bisherigen 37,08 km durften wir inkl. Wertungsprüfungen 59 Minuten benötigen. Perfekte Punktlandung bei der ersten Zeitkontrolle. Hier startete auch gleich der zweite Zeitblock rüber zum Bartholomäberg. Für die 61,53 km standen 95 Minuten zur Verfügung. Dazwischen die Wertungsprüfungen nicht zu vergessen. Die erste kam schon bei der Talfahrt nach der Vermunter Staumauer. Am Winterweg gab es 100 m in 15 Sekunden zu fahren. 

Mit -0,28 knapp zu schnell, aber wieder eine Verbesserung. Zurück durch Partenen ging es nach Gargellen zur ersten Bergwertung. 8,71 km in 13:12 Minuten. 

Leider eine Abweichung von 1,74 Sekunden, naja, könnte schlimmer sein.

Die nächste Wertungsprüfung war eine ganz gemeine. Da sieht man mal, dass professionelles Rallye-Equipment schon Vorteile bringen kann. Wir haben trotzdem die Doppelwertung mit der normalen Stoppuhr geschafft. Eine Strecke von 350 m in 60 Sekunden und 100 in 15 Sekunden, mit gemeinsamen Start der Strecken 

ist dann die Abweichung von -0,53 und -0,29 Sekunden auch ok. Dann gab es hier gleich mal noch eine geheime Wertungsprüfung. Ja, die kommen unangekündigt, toll! Natürlich übersehen! 

und gleich mal 142 Strafpunkte für 1,42 Sekunden Abweichung kassiert.

Wir haben dann mal die Weiterfahrt nach Schruns genossen und uns an der schönen Landschaft erfreut. Über Tschagguns, St. Anton im Montafon ging es dann nochmal rauf nach Bartholomäberg. Zeitkontrolle auch hier wieder perfekt abgeliefert. Das hatten wir jedenfalls schon raus, Pünktlickeit ist eine Tugend ;-)

Von Bartholomäberg ging es dann zurück nach Schruns, wo das Ende der Tagesetappe lag. Hier war keine Pünktlichkeit mehr erforderlich, lediglich eine maximale Ankunftszeit einzuhalten. Also genossen wir dazwischen noch die letzte Wertungsprüfung 

mit einer passablen Abweichung von 0,6 Sekunden bei einer 30 m Strecke, die in 6 Sekunden zurückzulegen war. Das klingt alles einfach, war es aber bei weitem nicht. Die Kollegen der Profi-Teams wie VW, Mercedes und BMW hatten offenbar ein entsprechendes Training in den Wochen vor der Rallye genossen (Insider-Aussagen bestätigten das dann auch).

Im Bergrestaurent Nova Stoba klang der erste Tag dann mit atemberaubendem Ausblick und ausgezeichnetem Essen aus. Die Fahrt rauf wurde elektrisch mit der Seilbahn bewältigt, gut für die CO2-Bilanz der Teilnehmer ;-) Ob das das verheizte Benzin und Öl auf den Bergfahrten der Classic-Fahrer aufwiegt, lass ich mal dahin gestellt.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass es hier absolut tolle Natur und geile Strecken für Ausfahrten gibt. Das Organisationsteam der Rallye ist höchstprofessionell und die Teilnehmer gesittet, hilfsbereit und freundlich. Von den Illwerken wurde für die E-Fahrer ein eigener Ladeparkplatz mit ausreichend Leistung in der Nähe des Startplatzes in Partenen aufgebaut. Top! So macht das Spaß hier. Trotzalledem spürten wir die Müdigkeit. Autofahren und auch Beifahren hat doch mehr geschlaucht als vermutet.

Illwerke VKW-Team III

Christian/Manfred

Wavetrophy 2014 - HURRA! GEWONNEN! Österreich ist Wavetrophy 2014

Das war die Wavetrophy 2014 - Zum zweiten Mal gewinnt Team aus Niederösterreich mit ihrem Tesla Roadster die Wavetrophy - Europas größte e-mobile Rallye!

Es ist vollbracht! Zwar völlig überraschend, aber dann doch sprachlos und voller Freude über den Sieg der Wavetrophy 2014 (Kategorie Exclusive-Wave und höchste Gesamtpunktezahl).

Wavetrophy 2014 geht in den Bezirk Bruck an der Leitha!

Nach Conchita Wurst beim ESC sind wir Österreicher nun auch Wavetrophy-Gewinner und Weltrekord-Inhaber. Wie das? Zum dritten Mal haben wir als österreichisches Team "Austrias green Sportcar", teilgenommen. Bereits 2012 konnten wir den Titel für Österreich sichern, damals gemeinsam mit Andreas Ranftl Firma Lux-Bau. Nach einem erfolgreichen zweiten Platz 2013 konnte nun der Titel in der Klasse „Exclusive“ wieder nach Niederösterreich geholt werden. Dieser Titel verpflichtet. Nächstes Jahr gilt es, einen neuerlichen Rekordversuch mit noch mehr Fahrzeugen zu wagen und einen Streckenabschnitt durch Österreich auf der Wavetrophy 2015 auszurichten.

75 e-mobile Teams touren mit der Wavetrophy durch Europa - Österreichischer Erfolg! 

Die Wavetrophy wurde erstmals 2011 vom Solarpionier, dem Schweizer Louis Palmer initiiert und wächst seither stetig zu einem tourlichen Event der Elektromobilität auf europäischer Ebene an. Waren es anfänglich so um die 20 Teams, so hatten sich 2014 bereits über 70 Teams in Stuttgart eingefunden. Viele weitere Elektroautofahrer aus nah und fern um Stuttgart kamen zum Eröffnungsevent und gemeinsam mit den Teilnehmern der Wave wurde der Weltrekord von 2013 mit noch 305 E-Fahrzeugen in einer Parade nun in Stuttgart mit unglaublichen 507 E-Fahrzeugen verbessert. Am Ende der Parade bildeten alle teilnehmenden Parade-Fahrzeuge am Zielort ein Herz für die Elektromobilität „Electric Car Worldrecord Stuttgart 2014“. Die Luftaufnahme zeigt das in weniger als 60 Minuten erfolgreich gebildete Kunstwerk, welches verbreitet über soziale Netzwerke bereits Aufmerksamkeit in allen Erdteilen erregte.

 

Die Wavetrophy ist kein Urlaubsausflug - es ist eine Mission!

Auf der rund 1.700 Kilometer langen Strecke durch über 40 Dörfer, Gemeinden und Städte stand umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit für die Teams auf der Tagesordnung. Schulen, Universitäten, Pressetermine, Präsentation der Fahrzeuge und Diskussion mit Bürgern und Besuchern füllten das Tagesprogramm gut aus. Zwischendurch wurden den Teams Führungen durch teils historische Stadt- oder Dorfteile oder zu regionalen Sehenswürdigkeiten angeboten. Neben der "Arbeit" als Pionier und Vorreiter gab es somit auch ein wenig Freiraum und Zeit sich mit den verschiedenen Stationen und ihrer Geschichte auseinander zu setzen.

Elektromobilität ist keine Zukunftsgeschichte, sie ist in der Gegenwart angekommen!

Als dreifacher Teilnehmer und mit nunmehr 74.000 elektrisch zurück gelegten Kilometern bringen wir die Erfahrung mit, wie solche Ausnahmesituationen mit einem E-Auto zu bewältigen sind. Die täglichen Wege des Alltags könnten unserer Meinung nach bereits für einen überwiegenden Teil der Bevölkerung elektrisch zurückgelegt werden. Trotz der teils noch geringen Reichweiten der Fahrzeuge mancher Hersteller ist der durchschnittliche Mobilitätsbedarf des Österreichers damit zu bewältigen. Denn die Summe der alltäglichen Wegstrecken liegt bei 90 % der Österreicher unter 50 Kilometern. Es ist nur eine Frage des bewussten Umgangs mit den eigenen Mobilitätbedürfnissen. Neben der Umweltfreundlichkeit von Elektroautos ist auch die finanzielle Ersparnis für den Einzelnen zu betrachten. Die Hälfte bis zwei Drittel der Betriebskosten können im Vergleich zum konventionellen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor eingespart werden. Dazu kommen noch Befreiungen von NOVA und motorbezogener Versicherungssteuer. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, die noch für einige Zeit geltenden Vorteile zu Nutzen. Der höhere Anschaffungspreis rechnet sich bereits nach wenigen Jahren und Förderungen sind beinah in allen Bundesländern verfügbar.

Die Wavetrophy bietet Spaß an der e-mobilen Challenge 

Wer sich der Herausforderung der Wavetrophy stellen möchte, benötigt neben einem rein elektrisch betriebenen Fahrzeug auch Durchhaltevermögen. Die Wavetrophy ist, Zitat Louis Palmer, "kein Urlaub, es ist ein Stück weit Arbeit", Arbeit für die Elektromobilität. Der Teamspirit wird hoch gehalten und wurde auch 2014 wieder erfolgreich umgesetzt. Die Challenges der Wavetrophy bestehen aus Spaß an der Elektromobilität, Überzeugungskraft, Pünktlichkeit, Energieeffizienz und Geschicklichkeit. Letzteres wurde Zum Beispiel bei einem anspruchsvollen Slalom auf einem aufgelassenen Flugplatz in Ulrichen, Schweiz, getestet. Dabei wurde so mancher Reifen zum Glühen gebracht.

Zusätzlich zu den 1.700 Kilometern mussten auch einige tausend Höhenmeter überwunden werden - Riedbergpaß, Jochbergpaß oder der Furkapaß auf 2.400 Metern Seehöhe sind an dieser Stelle zu nennen. Alle Teams konnten diese Herausforderungen meistern, vom E-Bike über Renault Twizy, Tesla Model S bis hin zu den in Eigenregie umgebauten Käfer und VW-Bussen. Am Ende der Tour stand die Seebodenalp am Rigi auf dem Programm, wo auch die Sieger gekürt wurden. Fragte man die Teams an diesem Abend nach ihrer Stimmung, so kamen als Antwort einheitlich ein lachendes und ein weinendes Auge. Das lachende dafür, dass man nun wieder in die geliebte Heimat zurückfährt, um die eigene Familie und Freunde wieder zu sehen, das weinende dafür, dass man neue Freunde nach 10 prägenden Tagen wieder verlassen muss. Eine wachsende Gemeinschaft, die sich in einem Jahr, ergänzt um neue Teams, wieder zusammenfinden wird, um die Elektromobilität aktiv in die Welt hinaus- und an die Bürger heranzutragen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir uns ein viertes Mal an der Wavetrophy versuchen. Für eine emissionsfreie, elektromobile Zukunft für uns und unsere Kinder - be electrified 2015 ! Das Abschlussvideo vom letzten Tag bringt das gut auf den Punkt.

Das Team Austrias green Sportcar wurde unterstützt von mundi Consulting (Schweiz), future-mobility.eu (Schweiz), REGRO Elektrogroßhandel (Wien), e-mobil in Niederösterreich, Wiener Modellregion, Verlag Capscoville (München), elektroautor.com und dem Tesla Club Austria.

Be electrified!

Team Austrias green Sportcar 

Wavetrophy 2014 - der letzte Tag bricht an, rauf auf die Seebodenalp zum Tourfinish

7.6.2014 - der letzte Tag der Wavetrophy 2014 ist angebrochen. Ziel Seebodenalp auf 1000 m Seehöhe

Der letzte Tag der Wavetrophy 2014 ist angebrochen. Heute stehen jedenfalls zwei Orte auf der Liste, die ich auf den letzten beiden Waves schon mal gesehen hatte. Interlaken hat sich wieder bereit erklärt die Wave zu empfangen. Ein nettes kleines Dörfchen zwischen zwei Seen - Inter laken halt  ;-) Der Amman-Hofer-Platz kam mir gleich sehr bekannt vor, als wir dort einfuhren. Dieses Jahr war aber auch der angrenzende Park reserviert, da mit 75 Teams der Platz jedenfalls überfüllt wäre. Dieses mal machte ich die Führung durchs Dorf (1x um den Park und durch die "Prachtstraße" mit den schönen Hotels retour) mit. Hängen geblieben ist leider nicht viel - nur dass es vor einigen Jahrhunderten offenbar einen Mönch gab, der sich angeblich in ein jungfräuliches Mädchen verguckt hatte und zur Strafe in Stein verwandelt wurde. Zufällig fand die Versteinerung an einem steilen Hang unterhalb eines am Berg wachenden Schlosses statt. Der Stein sieht vom Tal aus gesehen tatsächlich das Gesicht eines/des Mönches aus. Naja, so entstanden die Schauergeschichten in der Vergangenheit. Gleich gegenüber sieht man übrigens das Jungfrauenjoch. Ob das jetzt was miteinander zu tun hat, kann sich jeder selbst ausmalen ;-) Nach der Führung gab es für die Teilnehmer ein wirklich tolles Risotto - welches mich ein wenig an das Kloster-Risotto in Monza vor 2 Jahren erinnerte. War vorzüglich.

Danach ging es rüber nach Stansstad, dazwischen lag der Brünigpaß auf 1000 m Seehöhe. Problemlos rauf und energieerzeugend runter - hach einfach schön hier. Jetzt lag nur noch die Seebodenalp vor uns. Noch einmal 1000 m Seehöhe zu erklimmen auf wenigen Kilometern, ne steile Sache also. Es sollte steiler werden als ich dachte und noch dazu eine Straßenbreite, die den Gegenverkehr zur echten Gefahr werden ließ. Serpentine um Serpentine tasteten wir uns langsam vor mit zwei kritischen Situationen mit Gegenverkehr. Ist schon mulmig, wenn es rechts von einem steil bergab geht und riesige SUVs mit Zür'cher Kennzeichen sich von oben nach unten den Weg bahnen (in Zürich braucht man ja ganz dringend SUVs, damit man die im Überfluss vorhandenen Parkflächen sinnvoll verstellt). Energetisch war es kein Problem auf die Seebodenalp und siehe da ... wir waren sogar die Ersten oben. Nicht mal das Serviceteam war da. Die Veranstalter und Gäste warteten schon ungeduldig auf das Eintreffen der ersten Fahrzeuge also bat uns der Veranstalter gleich mal oben vor das Restaurant vorzufahren. Bei noch abendlichen 30 Grad durften wir im Interview ein wenig resümieren und über die Erlebnisse plaudern. Ein begeistertes Publikum staunte dann nicht schlecht über den zweiten Ankömmling - Team Bolt - mit seinem 700-Kilometer-Metron (Mazda-5). Sukzessive trafen nun die Teams ein und es füllte sich der Ladeplatz und die Sitzplätze im eigens dafür aufgestellten Festzelt. Die ganze Prozedur dauerte doch ein paar Minuten, bis dann doch mal das Buffet eröffnet wurde. Alle Teams waren froh, das Ziel erreicht zu haben. Leider gab es ein paar Ausfälle - auch ein Serviceteam (Jaromir) hat es leider erwischt. Alle am letzten Tag und überwiegend technische Gebrechen, Reifen, Motorwelle und andere Kleinigkeiten streikten zum Schluss doch noch. Insgesamt 5 Teams mussten noch per Servicewagen ins Ziel gebracht werden. Eine sehr niedrige Ausfallsquote bei diesem großen Teilnehmerfeld.

Die Sonne war bereits daran, hinter den Bergen sich zur Nachtruhe zu begeben, als Louis nun endlich die wartende Meute mit den Ergebnissen der Wavetrophy 2014 nicht weiter auf die Folter spannte. Die Details zu den Ergebnissen werden auf der Homepage der Wavetrophy in Kürze veröffentlicht: www.wavetrophy.com

Wir konnten es kaum glauben, als unser Team für den 1. Platz aufgerufen wurde! Two and a half person in a Tesla Roadster won the Wavetrophy 2014 ! Unglaublich aber wahr. Wir waren so von der Rolle - ich brachte nur ein paar Dankesworte raus. An dieser Stelle vielen lieben Dank an Tamara für die sicherlich anstrengende Begleitung. Wie heißt es so schön das Sprichwort mit der starken Frau ... ! Es war ein paar mal wirklich schwierig und anstrengend, aber die Mühe hatte sich dann doch gelohnt und unser Sohnemann hat somit bereits mit seinen ersten Lebensmonaten einen Rekord aufgestellt und die Wavetrophy gewonnen. Beruflich schon die besten Voraussetzungen ;-) Danke von uns auch für die tolle Organisation der Ladehalte an das gesamte Team, sowie an Louis für den tollen Rahmen und die sicherlich anstrengenden Arbeiten im Vorfeld. Ganz besonderer Dank gehört natürlich auch den teilnehmenden Teams. Mit 75 Teams durch Europa zu fahren ist schon was spezielles und die hie und da aufgetretenen Reibungspunkte sind normal und wurden erwachsen und mit Respekt gelöst.

Vielen Dank an die Unterstützer unseres Teams: Mundi Consulting, future-mobility.eu, REGRO Elektrogroßhandel, e-mobil in Niederösterreich, Wiener Modellregion.

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Wavetrophy 2014 - durch die französische Schweiz nach Murten

6.6.2014 - durch die französische Schweiz nach Murten

Schwer fällt der Abschied von Saas Fee, mit seinen netten Leuten, der atemberaubenden Landschaft und den eigentümlichen Kornspeichern (Holzhütten auf Stelzen). Gleich am Morgen wurde der eigens eingerichtete Wave-Parkplatz von den Kindern der örtlichen Schule gestürmt. Wir durften ja nicht zur Schule fahren, also mussten sie zu uns hoch kommen. Aber wer hier wohnt ist fit und trainiert  ;-)  In der Früh schon ein Gerangel rund um den/die Roadster war echt lustig. Nach ein paar Gesprächen wurden wir auch schon los geschickt nach Sion.

Es sollte wieder eine lange Tagesetappe mit über 200 km werden. Sion in der französischen Schweiz lag jetzt mal mit knapp 70 km vor uns. Von Saas Fee runter war es mal kein Problem, da ging dank Rekuperation einiges an zusätzlichen Kilometern in den Tank. Leider fiel beim roten Tesla (Team women in charge) der Strom aus, sodass die Damen leider nur wenig im Tank hatten. Aber mit der Talfahrt, Rekuperation und etwas zurückhaltender Fahrweise war deren Ankunft in Sion nicht gefährdet. Vorsichtshalber liegt schon mal mein UMC in Sion bereit um Petra ein wenig auf zu laden. Mit ein paar wenigen Kilometern Rest im Akku kam sie dann auch in Sion an. Der Platz war riesig, was von einigen Teilnehmern gleich mal für Probefahrten genutzt wurde. Eine der größten regionalen Zeitungen mit einem skeptischen Reporter war auch anwesend. Die Skepsis mussten wir natürlich gleich ambulant behandeln und eine Runde am Parkplatz drehen. Unter www.nouvelliste.ch (auf Französisch) kann man nachlesen:

http://www.lenouvelliste.ch/fr/valais/sion/la-vague-electrique-deferlera-sur-sion-ce-vendredi-497-1302904

Nach knapp 3 Stunden in Sion waren alle Akkus wieder für die nächste Etappe nach Le Bouvret geladen. Der zweite Teil des Teilnehmerfeldes war nach Broc gefahren. In Murten sollten wir wieder alle zusammen treffen. Le Bouvret lag weitere ca. 70 km entfernt. Hier gab es das einzige für mich ersichtliche kleinere Chaos bei der Ladeinfrastruktur. Der örtliche Veranstalter hatte zwar einen großen Teil des Parkplatzes für die Wave reserviert und abgesperrt, aber leider die Anschlusspunkte für die Ladestation an einer ganz anderen Ecke bereit gestellt. Also musste improvisiert werden und die eintreffenden Verbrennerfahrzeuge umdirigiert werden. Gleichzeitig kamen immer mehr Teams an und benötigten natürlich Strom. Schlussendlich hat aber dann doch alles funktioniert und jeder bekam ein paar Elektronen ab. Hier hatten wir aber nicht geladen, die 90 km nach Murten waren auf jeden Fall noch möglich.

In Le Bouveret wurden wir dann in den Swiss Vapeur Parc zum Lunch eingeladen. Davor gab es noch eine kleine Rundfahrt mit einer Mini-Eisenbahn durch einen mit sehr viel Liebe gestalteten Miniaturpark. Da leuchteten auch bei manchem Erwachsenen die Äuglein  ;-)

Wie die Ankunft, war auch die Abfahrt Richtung Murten etwas chaotisch. Es gab widersprüchliche Anweisungen. Einerseits sollten wir pünktlich abfahren, damit man ja pünktlich in Murten ankommt. Andererseits war plötzlich von einem Aufreihen zu einer Parade durch den Ort die Rede. Als wir schon startklar vor der Ausfahrt standen und immer noch keine Klarheit über Parade ja oder nein herrschte, zogen wir die Wahrheit dem Chaos vor und die Wahrheit steht im Roadbook, in dem nichts von einer Parade stand. Wie sich zeigte verloren die Teams dadurch rund 20 bis 30 Minuten und kamen demnach nur teilweise gerade noch rechtzeitig in Murten an. Die Energiestadt Murten ist ebenfalls ein kleines aktives Städtchen in Sachen erneuerbare und E-Mobilität. Die Stadtwerke haben wir einige öffentliche Ladesäulen bereits installiert und mit der Ankunft der Wave wurde gleich eine neue Ladestation eingeweiht. Vor dem offiziellen Welcome wurde dann noch eine kleine Parade durch die Innenstadt veranstalten, leider mit wenig Besuchern am Straßenrand, aber doch einigen sitzenden Gästen in den Gastgärten entlang der Straße. Im Zentrum Löwenberg wurden wir dann zum Dinner geladen und einige Teams hatten Präsentationen vorbereiten. So denn z.B. das CHAdeMO-Team, welches die Vorteile und Pläne des CHAdeMO-Ladestandards vorstellte. Es wird sicherlich Teil einer gesamthaften Lösung sein.

Nach dem abendlichen Spaziergang zum Löwenberg (schwitz! bei über 30 Grad) und dem Umstand, dass die heutige Unterkunft 10 km entfernt ist und (!) dort keine Ladung möglich ist, haben wir uns kurzerhand für einen Verbleib in Murten entschieden. Man muss einfach flexibel bleiben, manches geht, manches nicht.

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Wavetrophy 2014 - Feen-Gletscher auf dem Rückzug - Fahrt nach Saas Fee

5.6.2014 - Fahrt nach Saas Fee, wo sind die Feen-Gletscher geblieben?

Am heutigen Morgen sah Einsiedeln schon etwas freundlicher aus. Die Regenwolken haben sich verzogen, der Wind sich gelegt und die morgentliche Sonne arbeitete sich über die Berghänge. Unsere netten Gastgeber brachten uns samt Gepäck wieder elektrisch zum Parkplatz ins Zentrum und dann starteten wir schon los Richtung Oberägeri. Dort warteten bereits ein paar Schulklassen auf die Präsentation und es wurden wieder eine Menge Handyfotos geschossen ;-)) Probesitzen war auch sehr beliebt.

Großer Treffpunkt aller Teams war dann in Schwyz am Hauptplatz. Da waren Park- und Ladeplätze dann schon etwas rar. Die nächste Schule war nur einen Katzensprung entfernt und auch hier wieder der gleiche Effekt ;-) Ich find Kinder toll, die sind noch grund-ehrlich und begeisterungsfähig. Zwar versteht man unseren österreichischen Dialekt meistens, aber der Wortwitz bei manchen Formulierungen ist offenbar nicht angekommen ... oder es war einfach nicht witzig, sollte vielleicht nochmal drüber nachdenken ;-)

Nächster Halt mit Mittagessen war dann in Göschenen beim örtlichen Hackschnitzel Heizkraftwerk. Auf der Wavetrophy ohne Kaffee auszukommen ist schwer, aber der Löskaffee war leider nicht trinkbar. Glaube nicht, dass da eine echte Bohne dran vorbeigelaufen ist - das hätte ich geschmeckt. Na egal, interessante Anlage. Leider wie bei den meisten Biomassekraftwerken ist es auch hier notwendig den Brennstoff teilweise von weit her herankarren zu lassen. Was den Gesamtwirkungsgrad nicht gerade unterstützt. Nach der kleinen Mittagspause ging es weiter nach Andermatt (kennt man vielleicht als Ski-Ort), wo wir noch ein wenig nachladen konnten. Denn der Furkapaß mit 2.400 m lag noch vor uns und wir wollten jedenfalls da hoch und nicht mit dem Zug durch den Berg fahren. Eine wunderschöne Strecke hoch zum Furkapaß und eine atemberaubende Berglandschaft. Der Blick über die schweizer Alpengipfel mit teils über 4.000 m ist schon eine Reise wert. Vom Furkapaß runter rekuperierten wir uns genügend Kilometer in den Akku um dann nach der nächsten Challenge auch noch den Anstieg auf 1.700 m nach Saas Fee zu machen.

Dazwischen lag die Challenge am aufgelassenen Flughafen Goms-Ulrichen. Hier hatten wir nach Zeit dreimal rückwärts einzuparken. War nicht schwer, aber ich weiß nicht warum ich mir einbildete fahrschulgemäß einparken zu müssen. Schönheitspreis gab's keinen für's einparken - egal 3x rückwärts einparken 45 Sekunden ist auch nicht schlecht. Dann durfte ich den Roadster über eine Distanz von 15 Metern manuell schieben. Trotz seiner 1,3 Tonnen ging das relativ leicht. Hatte nur Bedenken, wo ich an der Carbon-Karrosserie mit den Händen ansetzen kann ... Nächste Station war dann Autofußball. Einen großen Sitzball mit dem Auto anstoßen und hoffentlich das geplante Ziel treffen. Knapp an der Mitte vorbei, aber jedenfalls nicht schlecht. Zum Abschluss gab es dann einen Slalomparcours zu bewältigen - natürlich nach Zeit. Leider einen Fehler eingebaut. Aber war echt geil mit quietschenden Reifen um die Hütchen herum, sodass es dann so richtig nach Gummi stank. Kann man auch nicht jeden Tag machen. Jetzt kann ich die Winterböcke tatsächlich entsorgen ;-)

Gleich nach Abschluss der Challenge starteten wir nach Saas Fee. Wieder eine unglaublich schöne Bergfahrt. Teils gemütlich, dann wieder ein wenig dynamischer durch die Kurven. Etwas störend waren nur die permanenten Baustellen auf der Strecke. Wir waren sogar vor dem Service-Team als erster in Saas Fee und wurden von den örtlichen Offiziellen schon mal vorab begrüßt und mit staunenden Augen betrachtet. Man muss wissen Saas Fee ist eine absolut konsequent Auto-freies Dorf. Niemand darf mit Fahrzeugen in das Dorf einfahren. Lediglich dorfeigene Elektrofahrzeuge mit sehr eigentümlicher Bauart fahren hier rum. Polizei, Rettung, Taxis - alles die gleichen Fahrzeuge. Das Dorf ist jedenfalls eine Reise wert, interessante Architektur und Geschichte. Ein sehr beliebter Ort für Skisportfans. Das 4-Sterne-Hotel belohnte ein wenig die Mühen des Tages und der lokal erzeugte Wein sowie Bier schmeckten hervorragend ;-) Kurz nach uns kam dann schon Team Bolt mit ihrem 700-km-Mazdaumbau. Na da waren die Leutchen hier außer Rand und Band. Ein Sportwagen ist ja das eine, aber das sieht ja wie ein normales Auto aus! ;-) Die Begeisterung war groß, dass so etwas bereits elektrisch möglich ist. Da hat wohl Andre neue Geschäftspartner gefunden für seine Conversion-Projekte.

Vor zwei Wochen mussten die Leute hier noch Schnee schippen - dennoch gibt es eine ähnlich traurige Geschichte hier wie bei unserer Pasterze am Großglockner. Die Feen-Gletscher gingen von den umliegenden Viertausendern vor einigen Jahren noch bis an den Rand des Dorfes ... heute erkennt man das Weiß nur in weiter Entfernung auf den Bergen.

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