21 Tage C-Zero und Tesla-Abstinenz

21 Tage C-Zero im täglichen Leben während mein Team durch Europa rauscht.

Während der Wavetrophy war ich quasi Tesla-abstinent. Der orangene Flitzer war mit Andreas und Willi unterwegs für die gute Sache durch Europa. In der Zwischenzeit stand mir als fahrbarer Untersatz der C-Zero von Andreas zur Verfügung. Wär natürlich gelogen, wenn ich nicht sagen würde, dass das 100:1 anders ist.

Klar ist es geiler einen Sportwagen zu fahren. Aber da ich den Roadster schon damals nicht aus diesem Grund kaufte sondern aus dem Gedanken heraus eben auf Elektromobilität umzusteigen, machte mir der Tausch grundsätzlich nichts aus.

Der C-Zero war für mich kein Unbekannter. Ich hatte schon mal ein Wochenende die Möglichkeit diesen von der Raiffeisen-Leasing auszuprobieren und es war damals kein Problem. Nun, die  Anforderung an mehrere Wochen Alltagsleben sehen ein wenig anders aus als ein Wochenende.

Kurz zum C-Zero technisch. Ein Viersitzer und Fünftürer auf etwas schmaleren Beinen und in der Breite etwas reduziertes E-Fahrzeug. Der Akku von diesem C-Zero bietet noch knapp 14 kWh Kapazität, was in etwa für 100 km ausreichen sollte. Die Automatikschaltung ist nichts ungewöhnliches und war nicht wirklich anders als im Renault Zoe oder halt vergleichbar die Knöpferl im Roadster. Auch alle anderen Annehmlichkeiten wie Heizung/Gebläse, Klimaanlage, Radio und Navi sowie elektrische Fensterheber und elektrische Spiegel fehlten nicht. Also alles was man auch in teureren Verbrennervarianten der Mittel- und Oberklasse finden kann.

Geladen wird er mit einem Typ1-Stecker einphasig an der normalen Steckdose oder blauen CEE-Dose. Bei 14 kWh "Fassungsvermögen" ergibt das eine maximale Ladezeit von 4-5 Stunden.

In den 21 Tagen hatte ich täglich 10-20 km zu fahren - Bahnhof und retour bzw. hin- und wieder einen Einkauf in die Nachbarortschaft. An 4 Tagen pendelte ich damit zur Arbeit - hin- und retour knapp 90 km. Vor allem dann wenn sperrigere Dinge z.B. vom Baumarkt zu besorgen waren.

Der C-Zero kann sehr sparsam gefahren werden. So waren die Pendelstrecken ohne Zwischenladen kein Problem. Die Restreichweite wurde dabei am Ende meist mit 2-3 verbliebenen Ladestrichen angezeigt - also ca. 13-20 km Rest. Beim Alter des Akkus und bereits über 85.000 gefahrenen Kilometern ist das noch sehr beachtlich gut.

An zwei Tagen schleppte ich sogar im Kofferraum an die 250 zusätzliche kg mit. Selbstverständlich frisst zusätzliches Gewicht in diesem Ausmaß auch Reichweite, aber auch hier kein Problem und es war genug Rest im Akku.

Ich hab ihn jeden Abend an die Steckdose gehängt. Dh, jeden Morgen voller Akku und somit kein Einschränkung im täglichen Bedarf. Mit einer Ladung ohne Aufladen hätte ich quasi volle zwei Arbeitswochen ohne "tanken" meine Bahnhofstrecke hin- und retour decken können. Klar mit einem Verbrenner hätte ich vermutlich ganze 50 Tage ohne tanken fahren können. Der Unterschied liegt aber in den Treibstoffkosten. Während man für einen 40 Liter-Tank derzeit ca. 60 Euro löhnt, kosten die 5 x 14 kWh gerade mal 14 Euro (-77%). Da kann man über das Design des C-Zero noch so viel schimpfen, da lach ich nur mehr.

Fazit: Mit dem heutigen Wissen vor ca. 5 Jahren und der Erfahrungen über die Zeit, wäre meine damalige Entscheidung wohl doch anders ausgefallen. Ein C-Zero ist kein vermeintliches Zweitauto für die Hausfrau, es ist ein vollwertiges Fahrzeug für den Mobilitätsbedarf von mindestens 70 % der Österreicher!

Aber diese 70 % ziehen es vor lieber den Großteil ihres Gehalts nach Saudi-Arabien, Russland und Aserbaidschan zu schicken, anstatt mit der Familie mehr als einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren oder tolle Wochenendausflüge zu machen, ein geiles Hobby zu betreiben oder einfach geile Sachen damit anzustellen, anstatt mit dreckigen, stinkigen Händen in verrauchten Tankstellenshops das sauer verdiente Geld abzugeben.

Wie war das - ach ja - hahaha sssssssssssssst und weg.

Euer Teslate … ääh C-Zerotester

Be electrified !

Manfred