eRUDA 2014 - das war die elektrische Runde um den Ammersee

27.9. + 28.9.2014 - die zweite eRUDA startet zur Umrundung des Ammersees und des Starnberger Sees nahe München

Was ist die eRUDA? Eine Runde um den Ammersee - eine Veranstaltung von E-Mobilisten für E-Mobilisten und jene, die es noch werden wollen. Der Organisator, Werner Hillebrandt-Hansen, lud 2014 zum zweiten Mal zur e-mobilen Ausfahrt rund um den Ammersee, in der Nähe von München, ein. Schon Anfang 2014 nutze ich die Early-Bird-Option und meldete uns inkl. den Tesla Club Austria an.

Meine angetraute Beifahrerin fiel mir leider aus, also sprang kurzfristig unsere Präsidentin des Bundesverbandes für nachhaltige Mobilität in Österreich ein. Also machten wir uns auf in das rund 500 km von uns entfernte Inning bei München auf. Angesagt waren rund 160 E-Fahrzeuge aus allen Bereichen, ein- und zweispurige, Klein- und Kompaktwagen, Limousinen und Sportflitzer (gibts nur von Tesla übrigens), Serien- und Eigenbaufahrzeuge.

Die Infrastruktur entlang der österreichischen Autobahnen lässt bereits nur mehr wenige Wünsche offen, Jammern auf hohem Niveau bei den E-Mobilwilligen-aber-doch-noch-Stinkerfahrern. Smatrics hat hier bis dato einen guten Job geleistet und auf Autobahnraststätten leistungsfähige Ladestationen aufgebaut. Tesla rückt ebenfalls mit deren Superchargern in Österreich vor und baut kräftig in ganz Europa aus.
Mit dem Roadster sind längere Strecken grundsätzlich kein Problem. Erste Station war unser altbekannter HPC (HighPowerConnector) in Linz beim Spitz-Hotel. Dort ein kleiner Kaffee und ein Snack und nach knapp 2,5 Stunden ging es mit 300 km im Akku weiter. In Mondsee holten wir uns was g'scheites zu Essen und konnten in der Zeit noch ein paar kWh an der neuen Smatrics-Ladestation zuladen. Schön markierte Parkplätze an einer gut sichtbaren und prominenten Position.

Die letzten 200 km nach Inning waren dann noch gespickt mit einem nächtlichen Stau vor München, der uns ca. 30 - 40 Minuten Zeit kostete. In Inning angekommen hatten wir immer noch 40 km im Akku. Der Ladeplatz der eRuda befand sich gleich um die Ecke. Während der nächtlich noch laufenden Vorbereitungen konnten wir gemütlich über Nacht wieder vollladen.

Die Veranstaltungshalle gleich vor Ort war beim Fahrerbriefing am nächsten Morgen gut gefüllt. Alles Top organisiert - Akkreditierung war rasch erledigt, kleines Frühstück beim Briefing.

 

Nur die zeitliche Taktung bei der Abfahrt zog den Start ein wenig in die Länge. Man wollte halt jedem Fahrer die Möglichkeit geben sich und sein Fahrzeug vorzustellen. Von Inning ging es entlang des Ammersees nach Diessen. Direkt an der Seestrasse war ein kleines Stadtfest aufgebaut und wurde von den begeisterten Zuschauern bei der Zieleinfahrt begrüßt. Nach der Zieldurchfahrt wurden die Fahrzeuge auf der Seestrasse aufgereiht. Das war schon ein beeindruckendes Bild, 160 E-Autos in einer Reihe, davon alleine ca. 50 Renault Zoe. Ein kleiner Bauernmarkt versorgte die Teilnehmer und Gäste mit regionalen Getränken und Speisen.

Von dort ging es dann weiter nach Landsberg auf der anderen Seite des Seeufers. Die Stadt hatte dazu die Innenstadt und den Hauptplatz gesperrt. Viele interessierte Bürger, eine kleine Rundfahrt mit dem Roadster für die lokalen politischen Vertreter und das schöne Wetter machten den Tag perfekt. Leider war die Innenstadt etwas zu klein, um alle E-Fahrzeuge an einem zentralen Ort aufzunehmen, also mussten einige auf einen nahen Platz ausweichen.

Anschließend ging es wieder retour nach Inning. Der gut ausgestattete Ladeplatz und die festgelegte Ladereihenfolge trugen wesentlich dazu bei, dass jeder seine Portion Strom bekam. Die Tagestour war mit knappen 80 km nicht wirklich das Reichweitenproblem mit dem Roadster. Also warteten wir ein wenig ab, bis wir dann eine 32A-Dose in Beschlag nahmen.
Als Abendevent stand eine Bootsfahrt auf dem Ammersee auf dem Programm mit üppigem Buffet und einigen netten Gesprächen mit den Teilnehmern.

Der zweite Tag startete wieder recht früh bei etwas Nebel. Trotzdem sollte es laut Wetterbericht noch sonniger werden. Doch schon bei Eintreffen am Ladeplatz kam mir bereits ein sonniges Strahlen von Britta entgegen. Britta trafen wir auf der WAVE 2013, wo sie auf Basis dieser 10 Tage-Tour durch Europa mit ihrem Verlag www.capscovile.de an einem Spionageroman arbeitete - das Ergebnis www.blackhungarian.de ist spannend und gelungen, sowie auf amazon.de bestellbar. Danke an dieser Stelle für die nette Begrüßung - übrigens C hat sich auch sehr gefreut. ;-)


Die Etappe führte um den benachbarten Starnberger See. Von Inning nach Weilheim und von dort über Starnberg wieder zurück nach Inning. Nachdem sich der Nebel ein wenig verzogen hat, zeigte sich die spektakuläre Landschaft zwischen den beiden Seen, allemal ein paar Urlaubstage wert sich das anzusehen und zu genießen. Am Hauptplatz in Starnberg war was los. Wir durften in die Fußgängerzone einfahren und inmitten diverser Gastgärten nahmen wir Aufstellung. Begrüßung durch die Stadtverwaltung, wieder viele interessierte Bürger und ein gemütlicher Eiskaffee rundeten den Mittagsaufenthalt ab.

In Starnberg war für uns dann schon das Ende der eRUDA, da wir die 500 km zurück nach Wien auch noch anzutreten hatten. Also verabschiedeten wir die eRUDA in Starnberg und nahmen die Ausfahrt Richtung Wien. Auch Sonntags staut es sich in und um München. E-Mobilität wird dieses Problem der großen Städte definitiv nicht alleine lösen, da müssen Raum- und Verkehrskonzepte neu gedacht werden. Man stelle sich vor - wir schaffen es hier in Europa mit unseren vergleichsweise kleinen Städten nicht, wie sieht die Sache in den Megacities von heute und in Zukunft aus? Ein Horrorszenario, wenn ich an den Wiener Früh- und Abendverkehr denke und der ist da noch Peanut.


Nach einem sonnigen Stau auf der A8 machten wir wieder Halt in Mondsee und den Strom bis Wien holten wir uns wieder in Linz. Wie geplant kamen wir am späteren Abend in Wien an, sodass für den Arbeitsmontag noch eine Mütze Schlaf bekommen konnten. Danke an dieser Stelle unserer Präsidentin Doris vom Bundesverband nachhaltige Mobilität und Chefredakteurin von Ökonews für die nette Begleitung und die kleine Aufmerksamkeit für unseren Kleinen.

Alles in allem hat die Fahrt wieder gezeigt, dass E-Mobilität und E-Autos im Speziellen bereits durchaus geeignet sind, den Alltag von Otto-Normalverbraucher zu bewältigen. Selbst die obligate Urlaubsfahrt über mehrere 100 km ist kein Thema mehr. Dazwischen steht nur die eigene Bequemlichkeit und momentan vielleicht noch die überzogenen Preise und der Unwillen namhafter Autohersteller über Stadtgrenzen hinaus zu blicken. Wie schon oben erwähnt haben Städte andere Sorgen als Stadtautos zu beherbergen. Zwar sind diese besser elektrisch und nicht lärmendstinkend, aber der Ausbau von Öffis ist dennoch zu bevorzugen.

Mehr Bilder von der eRUDA 2014 gibt es hier: 

 

Es war vermutlich eine meiner letzten grösseren Ausfahrten für die nächste Zeit. Leute, es war ein Spaß in den letzten drei Jahren ein wenig Zukunft mit zu gestalten und das Thema an die Menschen heran zu bringen. Ich denke wir sind auf einem guten Weg, das Ölzeitalter nicht mangels Öl zu beenden, sondern weil uns einfach was besseres eingefallen ist.

So long and thanks for the fish
Euer Teslatester