Stromern durch die Berge des Montafon - zweiter Tag e-Silvretta

Stromern durch die Berge des Montafon, zweiter Tag der e-Silvretta

Der zweite Tag beginnt leider mit trübem und regnerischen Wetteraussichten. Die e-Fahrer haben wieder rund 100 km vor sich, während die Classic-Fahrer rund 300 km fahren. Kurz war ich am überlegen, einfach den Classic-Fahrern nach zu fahren - Reichweite genug hätten wir mit dem Roadster ja. Da die Classic-Fahrer heute eine längere und andere Strecke vor sich haben starten die E-Fahrer zeitversetzt etwas später.

 

Ist mir gar nicht so unrecht, denn die Abgaswolken beim Start und auf der Fahrt sind schon etwas störend. Wetterbedingt und wohl auch wegen dem geringen Interesse am fehlenden Getöse waren die Besucher rar gesäht, aber sie waren da, immerhin. Mit dem heutigen Tag startet auch die Effizienzwertung. Über Nacht wurde vollgeladen und heute morgen der Ladeport verplombt. Zu Mittag darf dann aufgeladen werden für die Strecke am Nachmittag. Die verbrauchte Energie wird mit bereitgestellten Energiemessern festgestellt. Mal sehen wie effizient wir das angehen. Durch die Serpentinen schleichen ist kein angenehmer Gedanke, da fehlt mir etwas der Spaß an der Sache.

Aber egal, wir starten mal in Richtung Gargellen, wo die erste Wertungsprüfung schon wartet. Zweimal Richtungswechsel und ein kleiner Slalom. Klingt nicht so schwierig ...

... aber doch vergeigt. Den hilfreichen Tipp des netten i8-Fahrers konnten wir ja noch beherzigen, aber mit dem Roadster rückwärts auf ein nicht sichtbares Ziel zusteuern war dann doch etwas holprig. Dann noch beinah die Abgrenzung umgeräumt und mit einiger Verspätung wie man sieht durch den Lichtschranken. Das nennt man dann wohl Streichergebnis. In Summe waren 210 m in 30 Sekunden zu fahren, ca. 100 m vorwärts, dann rückwärts ein paar Meter, dann wieder Richtungswechsel und durch ein paar Pylonen wieder vorwärts. Wie gesagt, Streichergebnis.

Die Zeitkontrollen dieses Tages kann ich vorweg nehmen. Die waren alle keine Herausforderung. Wenn man nicht gerade im parkenden Pulk mit den Classic-Fahrern vor der Zeitmessung hing, war das keine Herausforderung. Die Classic-Fahrer fehlten am heutigen Tag, also leichtes Spiel.

Zurück in Partenen durften wir nachladen (als ob es notwendig gewesen wäre ... für uns). Auf den 22,5 km haben wir lt. Bordcomputer gerade mal 5,8 kWh verbraucht. Wenn man bedenkt, dass es hauptsächlich bergauf ging und wir beim Rauffahren doch mehr die Kehren genossen haben, ist der Wert gar nicht so schlecht. Nachdem die Profiteams einen ordentlichen Ehrgeiz mitgebracht haben, rechne ich uns wenig Chancen aus, aber wir werden es bestmöglich machen (ohne eine Verkehrsbehinderung darzustellen). Während der Lade- und Mittagspause gab es dann auch die Möglichkeit das Wasserkraftwerk Kopswerk II zu besichtigen. Sehr eindrucksvolle Anlage! Trotz der kurzen Führung konnte man erahnen, mit welchem Aufwand hier versucht wird den Grundstein für eine künftige nachhaltige Energieversorgung in Österreich und Europa zu legen. Leider hab ich mir die Zahlen und Leistungsdaten nicht gemerkt, aber es gibt ja das Internet: http://www.kopswerk2.at

Dann gings über Gaschurn, Partenen wieder über die Bielerhöhe nach Galtür und weiter nach Ischgl. Teilweise bereits gesehene Abschnitte, sind zwar auch beim zweiten Mal noch Eindrucksvoll, eine andere Strecke wäre uns aber lieber gewesen.

In Galtür ist von der damaligen Winterkatastrophe nichts mehr zu sehen, oder nur wenn man weiß wo man hin zu sehen hat. Eine wunderschöne Gemeinde, ist einen Besuch wert. In Ischgl wartete dann wieder eine tricky Wertungsprüfung.

Drei Kurzstrecken hintereinander ohne Erlaubnis anzuhalten. Einmal 120 m in 15 Sekunden, einmal 90 m in 15 Sekunden und einmal 60 m in 15 Sekunden. Die Herausforderung dabei, das Tempo entsprechend anzupassen und wieder sekundengenau die Lichtschranke zu treffen.

Nur 0,65 Sekunden Abweichung - Top! Danke an Christian - so etwas funktioniert nur mit einem voll motivierten Beifahrer.

Auf dem Rückweg nach Gaschurn zum Dorffest und Fußballmatch gab es noch eine kleine Wertungsprüfung mit 100 m in 20 Sekunden.

 

Nur knapp 0,72 Sekunden zu schnell, ist für uns ok.

Die Zieleinfahrt in Gaschurn fand dann wieder gemeinsam mit den Classic-Fahrern statt, die von ihrer längeren Tour zeitgleich zurück kamen. Der Platzsprecher überschlug sich vor Freude bei jedem Teilnehmer und zählte alle möglichen technischen Daten und Leistungswerte auf. Nur bei den elektrischen beschränkte man sich wiedermal auf die vorurteilbehafteten Werte. Hier könnte jedenfalls noch nachgebessert werden, eher Verbrauchs- und Kostenrelationen hervor zu heben, also stur auf dem Reichweitenthema herum zu reiten. Egal, den Vorurteilen und dem schlechten Wetter trotzend haben wir uns mit regionalen Produkten am Dorffest gestärkt und dabei der Weltmeisterschaft in Brasilien unsere Aufmerksamkeit geschenkt. Leider war das Ergebnis aus unserer Sicht wie das Wetter an dem Abend - einfach unglücklich besch....
Aber das paßt schon. Am Dorffest durften wir dann doch noch den einen oder anderen davon überzeugen, dass Elektroautos sinnvoll sind. Somit die gute Tat des Tages erledigt ;-) 

Illwerke VKW-Team III

Christian/Manfred