Erster Tag Rallye e-Silvretta Montafon

Schweizerisch-österreichische Kooperation - mit dem Tesla Roadster auf der 17. e-Silvretta im Montafon, Tag 1

Vorbereitung ist alles. Schon vor einem Jahr begeisterten mich die Fotos der Silvretta-Rallye im Montafon. Also war klar, der Termin muss 2014 auf den Plan. Eine coole Kombination der alten und der neuen Welt, indem die Classic-Fahrzeuge gemeinsam mit den E-Fahrzeugen über die Berge fahren.

Bereits Anfang 2014 meldete ich mich beim Mitveranstalter "Vlotte" Vorarlberger Illwerke VKW. Im Mai kam dann die Bestätigung für einen Startplatz. Nun noch schnell einen Beifahrer finden. Mit dem Gewinner der Light-Wave auf der Wavetrophy 2014 war er gefunden. Christian Frei war gleich voll Begeisterung und Enthusiasmus dabei.

Mit zwei bzw. drei Jahren Wave-Erfahrung wird das sicher kein Problem. Christian reiste am Vortag 2.7. aus der Schweiz an und ich nahm den Nacht-Autozug von Wien nach Feldkirch. Schießlich soll die Anreise so umweltfreundlich wie möglich erfolgen. Am Donnerstag Früh machten wir uns gemeinsam von Feldkirch aus auf den Weg nach Partenen. Mit der Pension Christophorus hatten wir einen echten Glücksgriff gemacht - mitten in Partenen, nur 5 Gehminuten vom Startgelände entfernt. Nach der Ankunft in Partenen mußten wir gleich mal die Akkreditierung erledigen und uns alle erforderlichen Unterlagen holen, nebst vielen zusätzlichen Präsenten der Veranstalter und Werbepartner. Dem Roadster sei Dank, dass ich dafür ja genügend Platz habe *Sarkasmus Ende*. Nach einem ersten Blick in die Startliste und das Roadbook war gleich mal klar, die Wave-Erfahrung hilft uns da nur bedingt weiter. Nach etwas Einlesen in die Bedeutung der Legende und Beschreibungen

hatten wir es aber im Großen und Ganzen verstanden.

Nachdem wir das Gepäck in der Pension Christophorus abgeladen hatten, ging es gleich an das Startgelände. Von den Kollegen der Illwerke gab es noch eine nette Begrüßung und ein paar schöne Vlotte-Aufkleber für den Roadster. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die Vorarlberger Illwerke VKW für den Startplatz. Insbesondere ein Dankeschön an Jasmin Bussolon und christoph Burtscher für die unkomplizierte Organisation und die nette Begrüßung.

Erste Startaufstellung im Getöse Jahrzente alter Museumsstücke

Man merkt die langjährige Erfahrung der Organisatoren. Zentrale Anlaufstelle für alle Teilnehmer, sehr viele Helfer und Streckenposten, professionelles Equipment für Zeitnehmung und Wertungsprüfung und top elektronische Info-Unterstützung. Per SMS bekommen die Teilnehmer die Startzeit direkt auf das Handy. Die Ergebnisse der Fahrten bzw. Wertungsprüfungen ebenso inkl. Rang per SMS. 

Auf die erste Tagesetappe starten E-Rallye und Classic-Rallye gemeinsam. Dabei wurden die E-Fahrer in der Startreihenfolge unter die Classic-Fahrer gemischt. Bei den Classic-Fahrzeugen waren sicherlich einige supertolle, superteure und superseltene dabei. Bitte keine Fragen dazu - da kenn ich mich nicht aus. Nur soviel, sie waren extrem laut, stanken zum Himmel und teilweise verloren diese alten Kisten Öl und Benzin. Aus meinem Blickwinkel einfach nicht mehr zeitgemäß. Mit etwas Umrüstung auf elektrisch könnte man die durchaus interessanten Karossen am Leben erhalten. Aber gut, dafür ist die Gesellschaft und vor allem die betuchten Besitzer wohl noch nicht bereit dazu. Ein paar strenge Gesetze könnten hier viel bewegen.

Der erste Tag wartete mit perfektem Wetter auf. Mit dem einzigen Tesla im Starterfeld hatten wir neben BMW i8 und Mercedes SLS AMG ein wenig das Interesse und Aufmerksamkeit des Publikums. Das Getöse am Startbogen wurde zeitweilig von Ruhe unterbrochen. "Den hört man ja gar nicht!" ist wohl der häufigste Satz gewesen, als wir unseren Startplatz im Getöse der anderen einnahmen. Anstatt es gut zu heissen wird es noch zusätzlich als gefährlich abgetan. Verrückt! Denn das Getöse ist viel gefährlicher, nur merkt es keiner der Besucher direkt, weil man ja an den Abgasen nicht in der Sekunde erstickt und umkippt. Naja, mir kam es beinah so vor...

Von Partenen aus ging es hoch auf die Silvretta Hochalpenstraße, über die Bielerhöhe (2037m) und das Zeinisjoch (1842m). Ein echter Spaß bei Sonnenschein die vielen Kehren rauf und runter zu stromern. Dabei war gleich die erste Wertungsprüfung zu bewältigen. Die Strecke von 14,65 km ist in 1500 Sekunden zurück zu legen. Zeitgenau! Nicht eine Sekunde vorher, nicht eine Sekunde nachher, jede Abweichung wird mit Strafpunkten geandet. Weiters darf 100 m vor der Lichtschranke nicht mehr angehalten werden. 

Wie man sieht hat uns eine Sekunde bereits 100 Strafpunkte eingebracht. Naja, wir sind ja lernfähig ;-) Die einzigartige Landschaft hier herauf entschädigt für ein paar Spaß-Strafpunkte, das Leben ist ja sonst schon ernst genug.

Am Zeinis-Joch gab es dann die zweite Wertungsprüfung. Hier mußte mit abgestelltem bzw. ausgekuppeltem Motor eine Strecke von 150 m in 15 Sekunden gerollt werden. Anhalten auf der Strecke war natürlich nicht erlaubt. 

Mit einer Abweichung von -0,35 Sekunden waren wir etwas zu früh dran, aber der Wert ist schon mal nicht so schlecht.

Zurück über die Bielerhöhe war dann die erste Zeitkontrolle, denn die Strecken sind immer mit einer Zeitvorgabe versehen. Für die bisherigen 37,08 km durften wir inkl. Wertungsprüfungen 59 Minuten benötigen. Perfekte Punktlandung bei der ersten Zeitkontrolle. Hier startete auch gleich der zweite Zeitblock rüber zum Bartholomäberg. Für die 61,53 km standen 95 Minuten zur Verfügung. Dazwischen die Wertungsprüfungen nicht zu vergessen. Die erste kam schon bei der Talfahrt nach der Vermunter Staumauer. Am Winterweg gab es 100 m in 15 Sekunden zu fahren. 

Mit -0,28 knapp zu schnell, aber wieder eine Verbesserung. Zurück durch Partenen ging es nach Gargellen zur ersten Bergwertung. 8,71 km in 13:12 Minuten. 

Leider eine Abweichung von 1,74 Sekunden, naja, könnte schlimmer sein.

Die nächste Wertungsprüfung war eine ganz gemeine. Da sieht man mal, dass professionelles Rallye-Equipment schon Vorteile bringen kann. Wir haben trotzdem die Doppelwertung mit der normalen Stoppuhr geschafft. Eine Strecke von 350 m in 60 Sekunden und 100 in 15 Sekunden, mit gemeinsamen Start der Strecken 

ist dann die Abweichung von -0,53 und -0,29 Sekunden auch ok. Dann gab es hier gleich mal noch eine geheime Wertungsprüfung. Ja, die kommen unangekündigt, toll! Natürlich übersehen! 

und gleich mal 142 Strafpunkte für 1,42 Sekunden Abweichung kassiert.

Wir haben dann mal die Weiterfahrt nach Schruns genossen und uns an der schönen Landschaft erfreut. Über Tschagguns, St. Anton im Montafon ging es dann nochmal rauf nach Bartholomäberg. Zeitkontrolle auch hier wieder perfekt abgeliefert. Das hatten wir jedenfalls schon raus, Pünktlickeit ist eine Tugend ;-)

Von Bartholomäberg ging es dann zurück nach Schruns, wo das Ende der Tagesetappe lag. Hier war keine Pünktlichkeit mehr erforderlich, lediglich eine maximale Ankunftszeit einzuhalten. Also genossen wir dazwischen noch die letzte Wertungsprüfung 

mit einer passablen Abweichung von 0,6 Sekunden bei einer 30 m Strecke, die in 6 Sekunden zurückzulegen war. Das klingt alles einfach, war es aber bei weitem nicht. Die Kollegen der Profi-Teams wie VW, Mercedes und BMW hatten offenbar ein entsprechendes Training in den Wochen vor der Rallye genossen (Insider-Aussagen bestätigten das dann auch).

Im Bergrestaurent Nova Stoba klang der erste Tag dann mit atemberaubendem Ausblick und ausgezeichnetem Essen aus. Die Fahrt rauf wurde elektrisch mit der Seilbahn bewältigt, gut für die CO2-Bilanz der Teilnehmer ;-) Ob das das verheizte Benzin und Öl auf den Bergfahrten der Classic-Fahrer aufwiegt, lass ich mal dahin gestellt.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass es hier absolut tolle Natur und geile Strecken für Ausfahrten gibt. Das Organisationsteam der Rallye ist höchstprofessionell und die Teilnehmer gesittet, hilfsbereit und freundlich. Von den Illwerken wurde für die E-Fahrer ein eigener Ladeparkplatz mit ausreichend Leistung in der Nähe des Startplatzes in Partenen aufgebaut. Top! So macht das Spaß hier. Trotzalledem spürten wir die Müdigkeit. Autofahren und auch Beifahren hat doch mehr geschlaucht als vermutet.

Illwerke VKW-Team III

Christian/Manfred