Wavetrophy 2014 - durch die französische Schweiz nach Murten

6.6.2014 - durch die französische Schweiz nach Murten

Schwer fällt der Abschied von Saas Fee, mit seinen netten Leuten, der atemberaubenden Landschaft und den eigentümlichen Kornspeichern (Holzhütten auf Stelzen). Gleich am Morgen wurde der eigens eingerichtete Wave-Parkplatz von den Kindern der örtlichen Schule gestürmt. Wir durften ja nicht zur Schule fahren, also mussten sie zu uns hoch kommen. Aber wer hier wohnt ist fit und trainiert  ;-)  In der Früh schon ein Gerangel rund um den/die Roadster war echt lustig. Nach ein paar Gesprächen wurden wir auch schon los geschickt nach Sion.

Es sollte wieder eine lange Tagesetappe mit über 200 km werden. Sion in der französischen Schweiz lag jetzt mal mit knapp 70 km vor uns. Von Saas Fee runter war es mal kein Problem, da ging dank Rekuperation einiges an zusätzlichen Kilometern in den Tank. Leider fiel beim roten Tesla (Team women in charge) der Strom aus, sodass die Damen leider nur wenig im Tank hatten. Aber mit der Talfahrt, Rekuperation und etwas zurückhaltender Fahrweise war deren Ankunft in Sion nicht gefährdet. Vorsichtshalber liegt schon mal mein UMC in Sion bereit um Petra ein wenig auf zu laden. Mit ein paar wenigen Kilometern Rest im Akku kam sie dann auch in Sion an. Der Platz war riesig, was von einigen Teilnehmern gleich mal für Probefahrten genutzt wurde. Eine der größten regionalen Zeitungen mit einem skeptischen Reporter war auch anwesend. Die Skepsis mussten wir natürlich gleich ambulant behandeln und eine Runde am Parkplatz drehen. Unter www.nouvelliste.ch (auf Französisch) kann man nachlesen:

http://www.lenouvelliste.ch/fr/valais/sion/la-vague-electrique-deferlera-sur-sion-ce-vendredi-497-1302904

Nach knapp 3 Stunden in Sion waren alle Akkus wieder für die nächste Etappe nach Le Bouvret geladen. Der zweite Teil des Teilnehmerfeldes war nach Broc gefahren. In Murten sollten wir wieder alle zusammen treffen. Le Bouvret lag weitere ca. 70 km entfernt. Hier gab es das einzige für mich ersichtliche kleinere Chaos bei der Ladeinfrastruktur. Der örtliche Veranstalter hatte zwar einen großen Teil des Parkplatzes für die Wave reserviert und abgesperrt, aber leider die Anschlusspunkte für die Ladestation an einer ganz anderen Ecke bereit gestellt. Also musste improvisiert werden und die eintreffenden Verbrennerfahrzeuge umdirigiert werden. Gleichzeitig kamen immer mehr Teams an und benötigten natürlich Strom. Schlussendlich hat aber dann doch alles funktioniert und jeder bekam ein paar Elektronen ab. Hier hatten wir aber nicht geladen, die 90 km nach Murten waren auf jeden Fall noch möglich.

In Le Bouveret wurden wir dann in den Swiss Vapeur Parc zum Lunch eingeladen. Davor gab es noch eine kleine Rundfahrt mit einer Mini-Eisenbahn durch einen mit sehr viel Liebe gestalteten Miniaturpark. Da leuchteten auch bei manchem Erwachsenen die Äuglein  ;-)

Wie die Ankunft, war auch die Abfahrt Richtung Murten etwas chaotisch. Es gab widersprüchliche Anweisungen. Einerseits sollten wir pünktlich abfahren, damit man ja pünktlich in Murten ankommt. Andererseits war plötzlich von einem Aufreihen zu einer Parade durch den Ort die Rede. Als wir schon startklar vor der Ausfahrt standen und immer noch keine Klarheit über Parade ja oder nein herrschte, zogen wir die Wahrheit dem Chaos vor und die Wahrheit steht im Roadbook, in dem nichts von einer Parade stand. Wie sich zeigte verloren die Teams dadurch rund 20 bis 30 Minuten und kamen demnach nur teilweise gerade noch rechtzeitig in Murten an. Die Energiestadt Murten ist ebenfalls ein kleines aktives Städtchen in Sachen erneuerbare und E-Mobilität. Die Stadtwerke haben wir einige öffentliche Ladesäulen bereits installiert und mit der Ankunft der Wave wurde gleich eine neue Ladestation eingeweiht. Vor dem offiziellen Welcome wurde dann noch eine kleine Parade durch die Innenstadt veranstalten, leider mit wenig Besuchern am Straßenrand, aber doch einigen sitzenden Gästen in den Gastgärten entlang der Straße. Im Zentrum Löwenberg wurden wir dann zum Dinner geladen und einige Teams hatten Präsentationen vorbereiten. So denn z.B. das CHAdeMO-Team, welches die Vorteile und Pläne des CHAdeMO-Ladestandards vorstellte. Es wird sicherlich Teil einer gesamthaften Lösung sein.

Nach dem abendlichen Spaziergang zum Löwenberg (schwitz! bei über 30 Grad) und dem Umstand, dass die heutige Unterkunft 10 km entfernt ist und (!) dort keine Ladung möglich ist, haben wir uns kurzerhand für einen Verbleib in Murten entschieden. Man muss einfach flexibel bleiben, manches geht, manches nicht.

Der Tag in Bildern: