Wavetrophy 2014 - Feen-Gletscher auf dem Rückzug - Fahrt nach Saas Fee

5.6.2014 - Fahrt nach Saas Fee, wo sind die Feen-Gletscher geblieben?

Am heutigen Morgen sah Einsiedeln schon etwas freundlicher aus. Die Regenwolken haben sich verzogen, der Wind sich gelegt und die morgentliche Sonne arbeitete sich über die Berghänge. Unsere netten Gastgeber brachten uns samt Gepäck wieder elektrisch zum Parkplatz ins Zentrum und dann starteten wir schon los Richtung Oberägeri. Dort warteten bereits ein paar Schulklassen auf die Präsentation und es wurden wieder eine Menge Handyfotos geschossen ;-)) Probesitzen war auch sehr beliebt.

Großer Treffpunkt aller Teams war dann in Schwyz am Hauptplatz. Da waren Park- und Ladeplätze dann schon etwas rar. Die nächste Schule war nur einen Katzensprung entfernt und auch hier wieder der gleiche Effekt ;-) Ich find Kinder toll, die sind noch grund-ehrlich und begeisterungsfähig. Zwar versteht man unseren österreichischen Dialekt meistens, aber der Wortwitz bei manchen Formulierungen ist offenbar nicht angekommen ... oder es war einfach nicht witzig, sollte vielleicht nochmal drüber nachdenken ;-)

Nächster Halt mit Mittagessen war dann in Göschenen beim örtlichen Hackschnitzel Heizkraftwerk. Auf der Wavetrophy ohne Kaffee auszukommen ist schwer, aber der Löskaffee war leider nicht trinkbar. Glaube nicht, dass da eine echte Bohne dran vorbeigelaufen ist - das hätte ich geschmeckt. Na egal, interessante Anlage. Leider wie bei den meisten Biomassekraftwerken ist es auch hier notwendig den Brennstoff teilweise von weit her herankarren zu lassen. Was den Gesamtwirkungsgrad nicht gerade unterstützt. Nach der kleinen Mittagspause ging es weiter nach Andermatt (kennt man vielleicht als Ski-Ort), wo wir noch ein wenig nachladen konnten. Denn der Furkapaß mit 2.400 m lag noch vor uns und wir wollten jedenfalls da hoch und nicht mit dem Zug durch den Berg fahren. Eine wunderschöne Strecke hoch zum Furkapaß und eine atemberaubende Berglandschaft. Der Blick über die schweizer Alpengipfel mit teils über 4.000 m ist schon eine Reise wert. Vom Furkapaß runter rekuperierten wir uns genügend Kilometer in den Akku um dann nach der nächsten Challenge auch noch den Anstieg auf 1.700 m nach Saas Fee zu machen.

Dazwischen lag die Challenge am aufgelassenen Flughafen Goms-Ulrichen. Hier hatten wir nach Zeit dreimal rückwärts einzuparken. War nicht schwer, aber ich weiß nicht warum ich mir einbildete fahrschulgemäß einparken zu müssen. Schönheitspreis gab's keinen für's einparken - egal 3x rückwärts einparken 45 Sekunden ist auch nicht schlecht. Dann durfte ich den Roadster über eine Distanz von 15 Metern manuell schieben. Trotz seiner 1,3 Tonnen ging das relativ leicht. Hatte nur Bedenken, wo ich an der Carbon-Karrosserie mit den Händen ansetzen kann ... Nächste Station war dann Autofußball. Einen großen Sitzball mit dem Auto anstoßen und hoffentlich das geplante Ziel treffen. Knapp an der Mitte vorbei, aber jedenfalls nicht schlecht. Zum Abschluss gab es dann einen Slalomparcours zu bewältigen - natürlich nach Zeit. Leider einen Fehler eingebaut. Aber war echt geil mit quietschenden Reifen um die Hütchen herum, sodass es dann so richtig nach Gummi stank. Kann man auch nicht jeden Tag machen. Jetzt kann ich die Winterböcke tatsächlich entsorgen ;-)

Gleich nach Abschluss der Challenge starteten wir nach Saas Fee. Wieder eine unglaublich schöne Bergfahrt. Teils gemütlich, dann wieder ein wenig dynamischer durch die Kurven. Etwas störend waren nur die permanenten Baustellen auf der Strecke. Wir waren sogar vor dem Service-Team als erster in Saas Fee und wurden von den örtlichen Offiziellen schon mal vorab begrüßt und mit staunenden Augen betrachtet. Man muss wissen Saas Fee ist eine absolut konsequent Auto-freies Dorf. Niemand darf mit Fahrzeugen in das Dorf einfahren. Lediglich dorfeigene Elektrofahrzeuge mit sehr eigentümlicher Bauart fahren hier rum. Polizei, Rettung, Taxis - alles die gleichen Fahrzeuge. Das Dorf ist jedenfalls eine Reise wert, interessante Architektur und Geschichte. Ein sehr beliebter Ort für Skisportfans. Das 4-Sterne-Hotel belohnte ein wenig die Mühen des Tages und der lokal erzeugte Wein sowie Bier schmeckten hervorragend ;-) Kurz nach uns kam dann schon Team Bolt mit ihrem 700-km-Mazdaumbau. Na da waren die Leutchen hier außer Rand und Band. Ein Sportwagen ist ja das eine, aber das sieht ja wie ein normales Auto aus! ;-) Die Begeisterung war groß, dass so etwas bereits elektrisch möglich ist. Da hat wohl Andre neue Geschäftspartner gefunden für seine Conversion-Projekte.

Vor zwei Wochen mussten die Leute hier noch Schnee schippen - dennoch gibt es eine ähnlich traurige Geschichte hier wie bei unserer Pasterze am Großglockner. Die Feen-Gletscher gingen von den umliegenden Viertausendern vor einigen Jahren noch bis an den Rand des Dorfes ... heute erkennt man das Weiß nur in weiter Entfernung auf den Bergen.

Der Tag in Bildern: