4. ECO-Dolomites - Fahrt über die 4 Dolomitenpässe im Namen der Elektromobilität

4. ECO-Dolomites - Tour über die 4 Dolomitenpässe, Südtirol von seiner schönsten Seite

Zum mittlerweile 4. Mal startete am 14.9.2013 die ECO-Dolomites in Südtirol - eine E-Rallye über die 4 Dolomitenpässe. Unterstützt wurden die Organisatoren Daniel Campisi und Maximilian Costa von den örtlichen Tourismusverbänden der Region Gröden und Alta Badia. Rund 40 E-Mobilisten aus Italien, Schweiz, Österreich und Deutschland haben die Einladung angenommen und sind zum Start nach Corvara gekommen. Die gesamte Palette an E-Fahrzeugen wurde an den Haltepunkten in Corvara und Gröden/Wolkenstein einer breiten Öffentlichkeit präsentiert - vom E-Roller über Twikes, Think bis hin zu unserem E-Sportler und dem neuen Model-S von Tesla.

 

Spannend fand ich den Prototypen eines H2-Brennstoffzellenbusses, der ebenfalls an der Tour teilnahm. In der Tourismusregion Gröden/Alta Badia hat man sich entschlossen, den öffentlichen bzw. Tourismus-Verkehr anstatt mit Dieselbussen künftig mit diesen Brennstoffzellenbussen zu bewerkstelligen. Sie sind für den Betrieb in bergigen Gegenden besser geeignet als reine Elektrobusse. Der Antrieb des Busses erfolgt über einen Akku, also auch rein elektrisch, jedoch liefert die Brennstoffzelle bei Bedarf direkt den Strom zum Nachladen des Akkus, ohne lange Ladezeit oder gesondert erforderliche Ladeinfrastruktur.
Was es bedeutet hinter einem Dieselbus oder manchem Anhängergespann über die Dolomitenpässe zu fahren, haben wir teils leidvoll erfahren müssen. Unglaubliche Abgaswolken und Gestank machten zeitweilig das offene Fahren etwas mühsam. Nebenbei waren unzählige Motorräder und Sportwägen - von Porsche über Ferrari bis Lamborghini - ebenfalls an der Verpestung der einzigartigen Bergluft in den Dolomiten beteiligt. Hunderte Radfahrer teilten mit uns diesen leidigen Beigeschmack einer sonst tollen Ausfahrt.
Die Anfahrt nach Corvara erledigten wir via Autozug nach Villach und die restlichen  rund 200 km elektrisch über die Bundesstrassen. Nach unzähligen Kurven - yessssss! - und Tunnels trafen wir in Corvara mit knapp 100 km Rest im Akku ein. Der gut vorbereitete Ladeplatz beim Gemeindeamt war schnell gefunden. Spannend - denn 9 Tesla Roadster und ein Model-S nebst einigen weiteren Fahrzeugen sind für eine Ladeinfrastruktur kein Honiglecken.
Ziel und Motto der ECO-Dolomites war "zu lernen" - die regionalen Vertreter aus Politik und Tourismuswirtschaft wollen durch die Tour mit den Praktikern Infoaustausch betreiben und für die Region lernen, wie eine e-mobilfreundliche Ladeinfrastruktur auszusehen bzw. was sie zu leisten hat. Da geht es weniger um öffentliche Säulen, mehr um die Einbindung der Hotels und weiteren Betriebe, die das Ladeservice künftig in ihr Angebot aufnehmen. Und "gelernt" hat man, denn die Nacht war für den örtlichen Elektriker wohl eher kurz. Wie befürchtet war die Leistungsaufnahme doch etwas höher als geplant. Mit ein wenig Lademanagement und Mithilfe der Fahrer war das aber schnell in den Griff zu bekommen.

Das Akkreditierungsmeeting am Samstag brachte entsprechende Kritikpunkte zu Tage und man versprach für 2014 einige Verbesserungen. Trotz aller Kritik gab es Applaus für den höchstengagierten Elektriker und sein Team, schließlich gab es am Morgen keine leeren Akkus. Nach der Präsentation der Fahrzeuge am Hauptplatz ging es dann los. Noch ein paar Fotos vom Teilnahmefeld geschossen ...

... und dann rauf zum ersten Pass Compolongo auf 1.875 m. Die umgebenden Berge und Landschaften waren so toll anzusehen, sodaß wir den Pass selbst gleich mal verpasst haben (wie passend ;-)  ). Also nicht lange gewartet und weiter zum Passo Pordoi auf 2.239 m.

Einfach überwältigend! Ich dachte schon am Großglockner etwas beeindruckenderes kann es nicht geben - bis auf die Traurigkeit des Zustandes unserer Pasterze - aber dieser Ausblick auf die umliegenden Täler und die Dolomiten raubte mir den Atem. Seht euch die Bilder und Videos an und holt euch Gusto für euren nächsten Urlaub!

Auch am dritten Pass Sella (Sellajoch) auf 2.244 m ein weiterer genialer Ausblick auf unsere schützenswerte Natur. Danach ging es runter nach Wolkenstein zu einem Mittagsschmaus. Die südtiroler Küche ist nicht zu verachten. Danke auch dafür an die Veranstalter. Der zentral gelegene Parkplatz lockte viele schaulustige Einheimische und Touristen an. Aber auch auf den Pässen waren die Fahrzeuge ein Highlight und man wurde sofort belagert und ausgefragt.
Von Wolkenstein aus startete die letzte Etappe über den Passo Gardena (Grödner Joch) auf 2.134 m wieder zurück nach Corvara. Auf den Abschnitten dazwischen wurde immer wieder angehalten, um Gruppenfotos (z.B. die Teslas) zu machen und die Kaffee- und Stärkungspausen genutzt, um ein wenig Erfahrungsaustausch zu betreiben. Mancher Teilnehmer ist jedes Jahr regelmäßig dabei, manchen kennt man von anderen Rallyes wie z.B. der Wavetrophy und bei manchen bekommt man endlich ein Bild und Gesicht zum Nickname aus Foren und anderen Socialweb-Kanälen der e-mobilen Szene.

Am Ende waren es knapp 60 km und 1.677 Höhenmeter durch einen der schönsten Gebirgszüge und das ohne viel verbraucht zu haben. Akkustand beim Start entsprach in etwa dem Stand am Ziel bei rund 80 % im Range-Modus. Was soviel bedeutet, dass die Energie fürs Rauffahren nahezu mit der Rückgewinnung bergab gedeckt war .... was macht eine Verbrennungsmaschine auf dieser Tour? Richtiiischh ... sie verbrennt Unmengen beim Rauffahren und verbrennt weiter auch bergab, zusätzlich durch das permanente Bremsen werden auch noch teil hochgiftige Feinstaubpartikel von der mechanischen Bremse freigesetzt (konnte man als Cabriofahrer auch geniessen). Klarer Gewinner - keine Frage!

Eine tolle Veranstaltung und tolle Teilnehmer rufen lautstark nach einer Wiederholung. ECO-Dolomites 2014 ist schon reserviert, gleich mit ein paar Tagen mehr, um auch abseits der Dolomitenpässe ein wenig die Gegend zu erkunden.
Bei gemütlichem Netzwerken und Plaudern fand die Veranstaltung einen schönen Ausklang, versüßt durch eine Verlosung schöner Urlaubsaufenthalte in der Region. Glückwunsch den Gewinnern!

Unser Fazit: Autoreisezug ist superentspannend - und man trifft im Zug immer interessante Leute. 500 km elektrisch durch Österreichs und Südtirols tolle Täler, über Berge und atemberaubende Pässe. Durchschnittsverbrauch inklusive Paßfahrten von 14 kWh auf 100 km lassen mich zufrieden lächeln. Jeder muß sich sein eigenes Bild machen und eine Antwort finden auf die Frage, ob die eigenen Ausreden noch zulässig sind. Der Verbrennungsmotor muß raus aus unseren Städten! Weg mit dem Verbrennungsmotor aus unserer individuellen Mobilität! Es liegt an uns was wir aus dieser Welt machen, keine Politik, kein Unternehmen, wir jeder Einzelne tragen diese Verantwortung.

Und da ist sonst gar nix schief gegangen?
Doch, mein Ladekabel hat das Zeitliche gesegnet - ähnlich wie einem Verbrenner mal die Starterbatterie kaputt geht. Und wie einem jemand Starthilfe gibt, borgen sich E-Mobilisten schon mal ein Ladekabel. Danke an dieser Stelle an Uli (Teslapilot aus Deutschland).


Be electrified!

Euer TeslaTester